Es wird abend.
Ganz langsam.
Es hat sich verzogen.
Dicke, graue Wolken am Himmel.
Und Regen.
Schwere Tropfen.
Kühle Luft.
Flüchtet zu mir.
Ins Wohnzimmer.
Über das gekippte Fenster.
Und es tut gut.
Nach der Hitze zuletzt.
Nach der Schwüle…
Ein schwarzer Vogel.
Er gleitet durch die Bäume.
Verschwindet kurz.
Taucht wieder auf.
Und jetzt sind es zwei.
Die sich auf die Fichte setzen.
Auf die große, alte Fichte.
Als suchten sie Schutz.
Die Wolken.
Sie hängen tief.
Und sie treiben weiter.
Scheinbar hektisch.
Der Wind braust auf.
Zerrt an den Bäumen.
Wild.
Und der Regen wird stärker…
Ich stehe am Fenster.
Beobachte das Spektakel.
Gewitterregen.
Irgendwo tobt ein Gewitter.
Und die Ausläufer.
Sie breiten sich aus.
Über der Stadt.
Der Regen prasselt.
Ich stelle mir vor.
Wie ich durch den Regen wandere.
Im Sommer.
Ist der Regen angenehm.
Wie eine Dusche.
Nein.
Fast noch schöner.
Regen reinigt.
Besser als jede Seife.
Oder jedes Duschgel.
Er reinigt die Seele.
Formt sie sanft und weich…
Leises Donnern.
Von der Ferne.
Das Gewitter hat uns erreicht.
Der Himmel.
Ein verwobenes Grau.
Engmaschig.
Durch das der Regen durchdringt.
Mit aller Macht.
Das Donnern wird lauter.
Wassertropfen auf dem Fenster.
Dicht an dicht…
Und jetzt ein Blitz!
Ich starre durch das Fenster.
Verknotete Gedanken.
Veränderung.
Krankheit.
Tod.
Sorge.
Manchmal.
Wird man nicht gefragt.
An einem Scheideweg.
Sondern gedrängt.
Manchmal.
Hat man keine Alternative.
Außer Weglaufen.
Der Blitz.
Er schlägt ein.
Mit lautem Hall.
Und der Regen.
Verwandelt einen Bach.
In einen wilden Fluß.
Der jemanden mitreißt.
Vielleicht mich…
Vielleicht jemand anderen…
Ich löse mich.
Von den Gedanken.
Von den Bildern.
In meinem Inneren.
Und vor meinem Auge.
Gewitter.
Ist auch immer Befreiung.
Von Spannung.
Von Zwängen…
Vivienne/Gedankensplitter