Ich brauche dich – Gedankensplitter

Du schlägst die Tür zu.
Hinter dir.
Steigst in den Lift.
Fährst hinunter…
Eine Frechheit.
Im Grunde.
Was sie dir an den Kopf warf.
Eine bodenlose Frechheit!
Wer bist du?
Eigentlich?
Dass du dir das?
Gefallen ließest?
Nein.
Das hattest du nicht Not.
Bestimmt nicht.
Und was sie sagte…
Behauptete…
Abstrus.
An den Haaren herbeigezogen…
Du atmest schwer.
Ja.
Sie hatte sich verändert.
Irgendwie.
Früher.
War sie anders gewesen.
Aber seit ein paar Monaten…

Es beginnt zu regnen.
Ein paar Tropfen.
Du schlägst den Kragen hoch.
Der Wind.
Er bläst dir.
Ins Gesicht.
Direkt.
Was war da bloß passiert?
Nein.
Du weißt es nicht.
Und du.
Hast dich nicht verändert.
Nein.
Was immer sie jetzt stört…
Der Regen.
Er wird stärker.
Du läufst ein Stück.
Und stehst.
Vor einem Lokal.
Du schnaufst.
Wieder hörst du ihre Worte.
Ohne Alkohol.
Kannst du nicht mehr leben.
Überhaupt nicht mehr.
Gerade.
Dass du kein Bier brauchst.
Zum Frühstück…
Unsinn.
Sagt dein Innerstes.
Unsinn…
Und du gehst hinein.

Nach einer Stunde.
Da sitzt du.
Beim dritten Bier.
Du hast dich beruhigt.
Bist nicht mehr wütend.
Eher müde.
Aber ihre Stimme.
Du hörst sie immer.
Die ganze Zeit…
Und du weißt.
Dass sie Recht hat.
Jedes Wort.
Kein Tag vergeht.
Ohne Alkohol.
Da ein Schnapserl.
Dort ein Achterl.
Oder zwei.
Und dazwischen Bier.
Dein Lieblingsgetränk.
Der Pausenfüller.
Du bist immer dort.
Wo man Alkohol ausschenkt.
Am besten.
Kostenlos.
Und nüchtern.
Bist du nie.
An keinem Tag.
Du brauchst es.
Das Zeug.
Du redest sogar.
Mit deinem Bier.
Bisweilen.
Wenn du alleine bist.
Und schwer depressiv.
Und wie du es brauchst…!

Vivienne/Gedankensplitter

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