Sie drehte sich im Bett.
Ihr war schlecht.
Sehr schlecht.
Die Chemo…
Auf dem Kopfpolster.
Wieder Haare.
Dabei.
Waren sie kaum nachgewachsen.
Nach der ersten Chemo.
Sie stand auf.
Hastete ins Bad.
Unbeholfen.
Übergab sich.
Sie wischte sich den Mund ab.
Jetzt war ihr besser.
Für den Moment.
Sie blickte in den Spiegel.
Als sie die Hände wusch.
Ihr Anblick.
Er erschreckte sie nicht mehr.
Was war sie nicht stolz gewesen!
Auf ihre dichte Mähne.
Auf ihr hübsches Gesicht.
Und den makellosen Teint…
Sie trocknete sich ab.
Egal.
Sie schminkte sich nicht mehr.
Es machte alles nur schlimmer…
Sie duschte sich.
Lauwarmes Wasser.
Vorsichtig.
Stieg sie aus der Duschkabine.
Einmal.
War sie ausgerutscht.
Eine Rippe gebrochen.
Das war vor einem halben Jahr gewesen.
Zu Beginn der ersten Chemo…
Kaum zu glauben.
Ein dummes Muttermal.
Am Unterarm.
Es hatte komisch ausgesehen.
Aber nicht gefährlich.
Dem Hausarzt.
Ihm war es aufgefallen.
Als sie.
Wegen einer Erkältung bei ihm war…
Sie hatte gelacht.
Wegen der Überweisung zum Facharzt.
Und eigentlich.
Wollte sie gar nicht hingehen…
Ihr Termin am 15. März.
Er änderte ihr Leben.
Schwarzer Hautkrebs.
Lymphdrüsen metastasiert.
Krankenhaus.
Operation.
Chemo…
Gebracht.
Hatte sie nicht viel.
Die erste Chemo.
Die Lunge.
Sie war jetzt befallen.
Beide Flügel.
Inoperabel.
Sie hatte geweint.
Nach der Diagnose.
Des bestürzten Dermatologen.
Sie hatte geweint.
Als das ganze Ausmaß.
Der Krebserkrankung.
Sichtbar geworden war.
Sie hatte geweint.
Während der ersten Chemo.
Und beim Rippenbruch.
Mittlerweile.
Konnte sie nicht mehr.
Nein.
Was immer man versuchte.
Um ihr zu helfen.
Mit furchtbaren Nebenwirkungen.
Es hielt ihn nicht auf.
Den Krebs.
Ein Durchmarsch.
Durch ihren Körper.
Nächste Woche.
Ein Kopf-MRT.
Man vermutete.
Metastasen im Gehirn…
Wofür lebte sie noch?
Nur noch Leid…
Sie wollte nicht mehr…
Vivienne/Gedankensplitter