Ich renne gegen Mauern.
Wo immer ich auch stehe.
Wohin ich mich auch wende.
Mauern.
Graue Ziegel.
Hohe Wände.
Und ich bin gefangen…
Klettern?
Ich habe es versucht.
Aber ich finde keinen Halt.
Alles glatt.
Keine Ritzen.
Nichts um sich festzuhalten…
Ich habe Angst.
Und ich möchte schreien.
Ganz laut.
Aber ich kann nur keuchen.
Kein Ton.
Nicht einmal ein Krächzen.
Ich bin gefangen!
In meinem Kopf hämmert der Satz.
Ich bin gefangen!
Schließlich setze ich mich auf den Boden.
Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Ich weiß nicht, wie ich hier her geraten bin.
Aber noch viel weniger wie ich fliehen kann…
Der Himmel ist grau.
Als hätten ihn die Mauern gefärbt.
Die Stille tut weh.
Sie drückt mich nieder.
Wie eine unsichtbare Mauer…
Langsam stehe ich wieder auf.
Ich muss doch etwas tun.
Sagt etwas in mir.
Ich muss!
Langsam setze ich Schritt um Schritt.
Einen nach dem anderen.
Neben der Mauer.
Ich gehe.
Weil ich sonst nicht weiß, was ich tun soll…
Ich weiß nicht wie lange ich gehe.
Die Zeit hat sich verloren.
Hinter dieser Mauer.
Sie scheint still zu stehen…
Ich kann es kaum glauben.
Aber ich irre mich nicht.
Da ist eine Tür.
Mitten in der Mauer.
Ich kann die Klinke fühlen.
Sie greift sich kalt an.
Metall…
Ich drücke die Klinke nieder.
Atemlos.
Und die Tür springt auf…
Ich trete hinaus.
Und der Boden leuchtet grün.
Saftige Grashalme.
Blühende Bäume.
Und Blumen.
Gelb und Rot.
Blau und Purpur…
Der Himmel strahlt in azur.
Ein paar kleine Wölkchen.
Dazu die Sonne.
Eine gleißende, orangefarbene Kugel.
Weiter vorne ein murmelnder Bach.
Eine sanfte Brise streichelt mein Gesicht.
Ein paar Vögel in der Luft.
Sie ziehen ihre Kreise.
Ein Hase im Feld.
Und so viele Insekten.
Bienen und Schmetterlinge…
Leben.
Ich bin frei…
Vivienne/Gedankensplitter