Neue Bohnen Zeitung


von Vivienne  –  Juni 2004



Über die Probleme durch verhinderte Computergenies…

Schöne, neue Computerwelt! Arbeitsvereinfachung im Job und privat, dazu viele zusätzliche Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren. Von all den technischen Vereinfachungen, die die Tür in eine völlig andere, virtuelle Welt gerade erst aufgestoßen haben, gar nicht zu reden. Alles könnte so schön sein, wenn es nicht seltsame Vertreter einer Spezies gäbe, die Lust und Freude daran finden, harmlose PC-User nachhaltig zu schädigen: mit Viren, mit Würmern, mit trojanischen Pferden oder sehr direkt über Hacker selbst.

Ich denke, ein Virus oder auch mehr hatte schon jeder von uns auf seinem  Computer. Der Spaß hört sich eigentlich auf, wenn gar eine Festplatte ruiniert wird, Daten unwiederbringlich verloren gehen oder eine Festplatte neu aufgesetzt werden muss. Solche unangenehme Zeiterscheinungen bringen es mit sich, dass jeder halbwegs vernünftige PC-User auch für ausreichenden Schutz sorgen sollte: über Virenprogramme, die regelmäßig upgedatet werden und über eine Firewall, die auch ärgeren Angriffen aus den Weiten des World Wide Web standhalten.

Gut, das alles aus dem Handbuch für gut gewappnete Computerbesitzer. Zäumen wir also das Pferd mal von hinten auf. Wer sind diese Leute, die all jene gefährlichen Programme (Viren, Würmer, etc…) in Umlauf bringen, mit denen man als harmloser Privatmensch die größten Probleme auf seinem PC zu bekämpfen bekommt? Verhinderte Genies, deren geniale Köpfe die Grenze zum Wahnsinn überschreiten um möglichst viel Schaden auf Festplatten anzurichten? Das Gefühl der Macht – ich habe es in der Hand…? Von mir hängt es ab, dass Millionen Internetuser ahnungslos mein kleines Programm auf den PC bekommen, am besten via Email, jenes Programm, das alles lahm legt?

Keine Frage, wer in der Lage ist, ein derartiges Programm zu konzipieren und sich auch noch die Mühe macht, es gefinkelt über diverse Lücken im Betriebssystem oder PCs mit mangelhaft ausgerüsteten Virenprogrammen unter die Leute zu bringen, ist keinesfalls dumm. Ganz im Gegenteil. Bedauerlich nur, dass dieses Potential auf diese böswillige Art und Weise genutzt wird. Schade, dass sich jemand die Zeit nimmt, um andere ernsthaft zu schaden, um zu zerstören. Krankhafte Freude am Ärger seiner Zeitgenossen ist sicher immer wieder eine Triebfeder, Genie liegt nun mal nicht ohne Grund nahe am Wahnsinn.

Oft ist es aber auch große Unreife. Wenn man sich das Alter der Hacker oder Virenprogrammierer ansieht, die die Behörden ausforschen können  – die Burschen (das männliche Geschlecht dominiert, wenn es um die Zerstörungswut geht!) sind nicht selten unter Zwanzig. Halbe Kinder also fast noch, die die Tragweite ihres Tuns nicht wirklich begreifen bzw. erfassen, die keinen Unterschied zwischen einer Simulation und einem echten Vernichtungsfeldzug dieser Art erkennen. Oft allein und ohne Bezugspersonen ist dieser Weg manchmal der einzige sich irgendeine Anerkennung zu verschaffen.

Daneben gibt es aber tatsächlich auch jene Typen, die ganz gezielt weltweit für Chaos in Firmen-PC’s wie auf privaten Computern anrichten, eine Vorstrafe inkludiert. Diese Leute wollen auf sich aufmerksam machen, auf ihren scharfen Verstand, auf ihr Talent, auf ihre Fähigkeiten – eine andere  und sehr ungewöhnliche Form der Public Relations. Nicht selten führt so ein geschickt geführter Schachzug vom Gefängnis direkt ins Büro eines namhaften EDV-Unternehmens. Es gibt wohl auch in der Branche keine bessere Form sich einen Namen zu machen, sich zu profilieren als durch einen genialen Virus, der möglichst effizient arbeitet. Und Leute, die das Zeug dazu haben, sind im EDV-Bereich immer gefragt.

Weiters gibt es aber auch jene „Zerstörungswütige“, die mit ihrem „Virenpotential“ einen geschickten Feldzug gegen Bill Gates und seinen Konzern, Microsoft, führen. Gates hat mit seinen Programmen sicher die Computerwelt entscheidend mitgeprägt. Die relativ einfache Handhabung mit Standards lässt viele darüber hinweg sehen, dass es auch Mängel gibt, die man nicht immer wegleugnen kann. Trotzdem, muss ich sagen, nutze ich selber auch die Programme und finde mich für meine Zwecke recht gut damit zu Recht. So gelassen sieht aber so mancher Computerfreak diese Angelegenheit nicht. Und zuletzt ist es immer wieder passiert, dass Würmer gezielt programmiert wurden, um diese Mängel offen zu legen.

Wie mit dem Sasser Worm vom 1. Mai, der (dank der „willigen“ Mithilfe eines besonders dummen Hotline-Mitarbeiters bei Aon) auch meinen PC für 24 Stunden lahm legte. Und das alles, weil ein paar Leute die Vormachtstellung von Bill Gates brechen wollen. Für mich die fragwürdigste Variante von allen, Terror durch Viren und Ähnliches plausibel zu machen. Denn ich lasse mir nicht vorschreiben, welche Programme und Betriebssysteme ich nutze. Und wer wirklich punkten will bei mir, sollte im freien Wettbewerb etwas Eigenes präsentieren, dass dem direkten Vergleich mit Microsoft-Produkten standhält. Das kurz dazu…

In jedem Fall – die Leute, die uns mit schädigenden Programmen überschwemmen wollen, werden mit Sicherheit nicht weniger. Ganz im Gegenteil. Und darum kann man die PC-User weltweit nur immer wieder darauf aufmerksam machen: ohne guten und ausreichenden Schutz läuft bald gar nichts auf dem eigenen PC. Und wer das nicht einsieht, ist letztlich, wenn er vernetzt ist, dank seiner Dummheit bald eine ebenso große Gefahr für alle anderen Computernutzer wie ein „Virenfabrikant“ – gute Programme findet man ohnedies überall im Web als Download!

Vivienne

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