Neue Bohnen Zeitung

 


Frühling

Langsam
und unablässig
tropft der Schnee
von der äußersten Spitze
des Zweiges.
Dort,
wo auch
der nächste Tropfen
fällt,
ist der Schnee
schon
verschwunden.

Langsam
haben die steten Tropfen
den Schnee weggeleckt.
Braun
ist das Gras in diesem Kreis.
Doch wer genau
hinsieht,
erkennt,
halb versteckt,
ein paar grüne Spitzen.

Langsam
fliegt der Spatz
auf den Baum.
Behende
putzt er seine Flügel.
Dann hält er
plötzlich
einen Moment
inne,
als blicke er
in die Sonne,
die sanft und mild
die Luft erwärmt.

Langsam
zieht sie jeden Tag
ihre Bahn früher
und länger.
Morgen ist es
vielleicht schon ganz hell,
wenn ich weggehe.
Jeden Tag fast
wird es ein
wenig wärmer
und in der Luft
spür ich den
unverwechselbaren Geruch
des Frühlings.

 Langsam
schiebt die Schneerose
ihren cremfarbenen Kopf
durch das Weiß.
Ihre  Blätter
sind noch halb
vom Schnee bedeckt.
Irgendwo
singt ein Vogel
ganz verzückt sein Lied
als spürt auch er,
dass bald Baum und Strauch
wieder in schönstem Grün
erstrahlen werden.

Langsam
geht die Sonne
wieder unter.
Ihre letzten Strahlen
küssen die Erde.
Eine Glasscherbe
wird von ihr geblendet
Und leuchtet
einen Moment
wie ein funkelnder Diamant.
Eine kalte Nacht
bricht an,
doch das Frühjahr
grüßt schon
durch den leichten Wind,
der die Nebel vertreibt.

Gedankensplitter

 

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