Nichts dauert ewig – Gedankensplitter

Ein grauer Tag.
Kalt.
Und doch nicht so kalt wie gestern.
Oder vorgestern…
Ich habe das Fenster gekippt.
Um zu  lüften.
Kurz.
Frische Luft.
Die sich dann schneller erwärmt.
Was habe ich nicht gefroren!
Die letzten Tage.
Und doch.
In zwei Monaten.
Oder drei.
Da hält der Frühling Einkehr.
Mit üppigem Grün.
Und bunten Blüten.
Darauf freue ich  mich schon.
Jetzt.
Wenn die kalte Hand des Winter um sich greift.
In mir ist Verbitterung.
Bisweilen.
Da ist ein Mensch.
Der mich zutiefst verletzt hat.
Sich selbst disqualifiziert hat.
Menschlich.
Verachtenswürdig gehandelt hat.
Zutiefst verachtenswürdig.
Eine Frau.
Und man möchte es gerne sehen.
Dass ich ihr die Hand reiche.
Zur Versöhnung.
Ist die Welt nicht furchtbar?
Ein Mensch wie sie.
Der wird sich nicht ändern…

Diese Erfahrung.
Sie hat mich geprägt.
Ich werde wohl nicht leicht wieder vertrauen können.
Wirklich ehrlich.
Die Frau.
Sie wird aus meinem Leben verschwinden.
Wie der Winter.
Das sicher.
Aber die Narben bleiben.
Und sie werden mich erinnern.
An diese Phase meines Lebens.
In dunklen Stunden besonders.
Es wäre dumm.
Die Frau wieder in mein Leben zu lassen.
Es wäre dumm.
Sie anders zu sehen.
Als einen furchtbaren Teil meines Lebens.
Der mich verändert hat.
Geprägt.
Der Winter.
Er kann nicht so schlimm sein.
Wie diese Frau.
Und darum meide ich die Menschen.
Bisweilen mehr.
Bisweilen weniger.
Aber wem trauen?
Wo ich doch in allen das Böse wecke?
Die Frau.
Sie wird sich verflüchtigen.
Wie der Schnee in der Sonne.
Aber all die wunderbare Vegetation.
Die dem Schnee folgt.
Sie wird die Erinnerung nicht auslöschen.
Die Erinnerung.
Die mich hart macht.
Weil ich niemandem mehr trauen kann.
Trauen möchte…

Ein Hund bellt auf der Straße.
Die Katze am Fensterbrett.
Sie erschrickt.
Ihre Ohren zucken…
Keine Sorge!
Kein Hund wird dir je zu nahe kommen.
Nie.
Ich lächle.
Als sie zu mir springt.
Sich an mir reibt.
Es ist nicht einfach.
So zu leben.
Manchmal.
Da möchte ich aus meinem Leben laufen.
Davonlaufen.
Wollte ich es so?
Als Kind?
Hatte ich da nicht Pläne?
Träume?
Hoffnungen?
Ich wollte es nie so!
Nie!
Aber man hat mich nicht gefragt.
Ich weiß.
Mich plagen bittere Gedanken.
Aber auch sie gehen.
Früher oder später.
Wie die Frau verschwinden wird.
Aus meinem Leben.
Die mich degradieren wollte.
Zu ihrem Spielball…
Zu einer Marionette…
Alles endet.
Und das macht manches einfacher…

Vivienne/Gedankensplitter

Schreibe einen Kommentar