Schwül – Gedankensplitter

Schweiß.
Er rinnt mir von der Stirn.
Er klebt am ganzen Körper.
Während ich den Müll nach unten trage.
Während ich das Katzenklo säubere.
Vor einer halben Stunde.
Da habe ich noch geduscht
Mich herrlich erfrischt…
Davon ist nichts geblieben.
Die Sonne versteckt sich gerade.
Hinter einer Wolke.
Aber es ist heiß.
Und meine Wimperntusche verrinnt…
Ich wasche mir die Hände.
Kalt.
Prickelnd ist das Wasser.
Ein wenig davon.
Spritze ich in mein Gesicht.
Ich möchte noch einmal duschen gehen.
Am liebsten.
Ins Wasser eintauchen.
Wie eine Nymphe.
In klares Quellwasser.
Ich sehe das Bild richtig vor mir…
Aber ich bin keine Nymphe.
Und das Wasser.
Es sollte nicht ewig rinnen…

Ich trinke Saft.
Und fast ist es.
Als würde er gleich wieder heraus kommen.
Aus den Poren…
Ist das Sommer?
Heißes Sonnenwetter.
Es kann herrlich sein.
Aber wenn die Sonne sticht.
Wenn sie uns nicht liebt.
Sondern uns weh tut.
Mit ihrer ganzen Kraft.
Dann wird der Sommer mühevoll…
Dazwischen Regengüsse.
Immer wieder.
Und es drückt von neuem…
Die Luft lädt sich auf.
Die nächsten Gewitter…
Am Himmel ballen sich Wolken.
Erneut.
Ich sehe die Blitze schon zucken.
In meiner Vorstellung.
Man kann den Sommer nicht ändern…
Ich sehe mich um.
In meiner Wohnung.
So vieles ist zu machen.
Der Abwasch und die Wäsche warten.
Staubsaugen sollte ich auch.
Aber ich bin schon müde.
Bevor ich überhaupt anfange.
Wenn ich nur an die Arbeit denke.
Befällt mich lähmende Schwäche…

Lass dich nicht gehen!
Ich sage es mir.
Zwei, drei Mal.
Gut.
Ich werde anfangen.
Aber vorher noch einen Kaffee!
Sonst schaffe ich es nicht!
Die Sonne hat sich wieder versteckt.
Der Wind beutelt die Bäume durch.
Sie wiegen sich.
Aber irgendwie unwillig.
So scheint mir.
Unwillig wie ich…
Ich horche hinaus.
Die Welt scheint still zu stehen.
Für einen Moment.
Ich halte den Atem an.
Nur die zitternden Blätter der Bäume…
Bis ein Auto die Ruhe stört.
Und ich atme wieder aus.
Die Fahne vor dem Schloss.
Sie flattert im Wind.
Ungestüm.
Als wollte sie davon fliegen…
Krause Gedanken.
Ich schüttle den Kopf.
Ich sollte meinen Kaffee austrinken.
Und mit der Arbeit anfangen…
Endlich…

Vivienne/Gedankensplitter

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