Du fährst heim.
In der Straßenbahn.
Kaum Leute.
Richtig.
Kurz nach 23:00 Uhr.
Du hast geweint.
Vorhin.
Irgendwie.
War das nicht dein Tag.
Heute.
Schon am Morgen…
Die wenigen Fahrgäste.
Sie starren dich an.
Deine Wimperntusche.
Sie muss verschmiert sein.
Bestimmt.
Nun.
Sollen sie schauen.
Du grinst.
Resignierend.
Du hättest es wissen müssen.
Oh ja.
Und jetzt.
Ist dir kalt.
Warum?
Hast du auch?
Das kurze Kleid angezogen?
Wegen dieses dummen Kerls…?
Egal.
Vorbei.
Denkst du dir.
Und am liebsten.
Würdest du dir.
Eine Zigarette anzünden.
Drei Stationen noch.
Dann steigst du aus.
Dein Block.
Gleich um die Ecke.
Du frierst.
Richtig.
Vermutlich auch.
Weil du sauer bist.
Traurig.
Enttäuscht.
Wer hätte gedacht?
Dass er so ein Arschloch ist?
Und verschwindet?
Mit deiner Freundin?
Du springst.
Aus der Straßenbahn.
Geradezu.
Dann läufst du doch.
Und.
Du weinst auch wieder.
Viel zu früh.
Bist weg.
Aus dem Lokal.
Viel früher als geplant.
Dumm gelaufen.
Du kanntest ihn doch kaum…!
Heiß geduscht.
Schminke abgewaschen.
Oder das.
Was noch da war.
Davon.
Deine Pumps.
Sie liegen im Flur.
Verstreut…
Das kurze Kleid.
Bei der Schmutzwäsche.
Und jetzt.
Fühlst du dich besser.
In deinem Nachthemd.
Auf der Couch.
Zugedeckt.
Mit der Fernbedienung.
Und einer Tafel Schokolade.
Schokolade.
Sie hilft immer.
Wenn alles schief geht…
Die Nacht ist noch jung.
Ein wenig zippen.
Und einschlafen.
Auf der Couch.
Irgendwann…
So endet ein Abend.
Voller Träume.
Viel zu früh…
Vivienne/Gedankensplitter