Zu viel – Gedankensplitter

Wenn man dir zuhört.
Dann redest du.
Pausenlos.
Und ganz schnell.
Zu allem.
Fällt dir etwas ein.
Zu allem.
Gibst du deinen Senf dazu.
Und noch viel mehr.
Keiner.
Will es wissen.
Was du zu sagen hast.
Aber du drängst dich.
In jedes Gespräch.
Reißt den Faden.
An dich.
Und beherrscht das Geschehen.
Ganz dominant.
Was immer dir passiert ist.
Bald weiß es jeder.
Und wenn er Pech hat.
Dann muss er sich zweimal anhören…

Dein Lachen.
Es tut fast weh.
Klirrend.
Und dazu nippst du an einem Glas.
Immer wieder.
Sekt.
Prosecco.
Weißwein…
Dir ist egal.
Eigentlich.
Was drin ist im Glas.
Wichtig ist nur.
Es ölt deine Stimme.
Und niemand.
Kann dich unterbrechen.
Du redest.
Als hinge dein Leben davon ab.
Obwohl dir keiner mehr zuhören will.
Im Grunde.
Gequält.
So klingen deine Scherze.
Und nur du.
Lachst noch darüber.
Deine Stimme.
Wird immer höher.
Je länger.
Der Abend dauert…

Früher.
Da warst du allein.
Früher.
Da bist du abseits gestanden.
Meistens.
Mauerblümchen.
Unscheinbar.
Unattraktiv.
Ein hässliches Entlein.
Das zum Schwan erblüht ist.
Und dem jetzt alle zuhören.
Alle.
Denn du bist schön.
Du darfst alles.
Nun.
Dein teurer Schmuck.
Er glitzert.
Im strahlenden Licht der Luster.
Während du redest.
Immer nur redest.
Was keinen interessiert.
Bis deine Stimme bricht…

Vivienne/Gedankensplitter

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