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21.08.2005, © Vivienne
Gedankensplitter
Ein Traum am Mittelmeer
Ein kleiner Platz in der Stadt.
Abseits des Geschehens.
Ein paar Plastiksessel.
Verteilt um billige Tische.
Ich sitze auf einem dieser Sessel.
Unter einer der Palmen.
Vor mir ein Glas Wein.
Rosé.
Eine sanfte Brise streicht durch mein Haar.
Eine Möwe schreit.
Der Himmel verfärbt sich langsam
Dreiviertel voll thront der Mond über der Szenerie.
Stimmengewirr.
Temperamentvolle Franzosen.
Kaum zu verstehen.
Da und dort einen Satz aufgeschnappt.
Motorengeräusch.
Ein Neuankömmling auf der Vespa.
Mit Ausrufen wird der Mann begrüßt.
Die Männer küssen sich auf die Backen.
Umarmen sich herzlich.
Sie lachen.
Ihre Gesichter drücken Emotion aus.
Der Mann winkt dem Kellner.
Der bringt ein Glas Wein
Ich schließe die Augen.
Träume vor mich hin.
Fange die Wortfetzen der Männer auf.
Sie zünden sich Zigaretten an.
Reden.
Gestikulieren.
Trinken.
Immer mit der unvermeidlichen Zigarette im Mundwinkel.
Es ist eine Kunst sich so zu unterhalten.
Sie wirken alle wie der Prototyp des Gallen.
Den man aus den Medien kennt.
Ab und zu ein neugieriger Blick zu mir.
Ich weiß, dass sie über mich reden.
Aber es kümmert mich nicht.
Der Garcon bringt mir noch ein Glas Wein.
Er hat eine Haut wie Milchkaffee.
Ganz golden.
Seine Tätowierung am Oberarm sticht hervor.
Die Lichter der Stadt flammen auf.
Musik aus den Boxen.
Fremdländische Rhythmen.
Afrikanisch?
Ich denke nach.
Lasse mich von der Stimmung tragen.
Entführen in diese Welt.
Heute bin ich Teil von ihr.
Heute verschmelze ich mit dem Land.
Mit der Stadt.
Hier ist Sommer.
Zum ersten Mal in diesem Jahr fühle ich es.
Der Pulschlag des Lebens.
Sommernächte.
So aufregend.
So lau.
Als würden sie nie enden.
Niemals.
Der Himmel ist violett.
Und der Mond hinter einigen hohen Häusern verschwunden.
Es ist spät.
Ich zahle.
Und mache mich auf den Weg ins Hotel.
Der Wind ist stärker geworden.
Die Wedel der Palmen bewegen sich sanft.
Ich rieche das nahe Meer.
Ein bunter Duft.
Ungewöhnlich.
Und doch schon vertraut.
Ich könnte mich hier wohl fühlen.
Ja.
Ich könnte
Gefallen finden.
An dieser Lebensart.
So grundverschieden von mir.
Oder doch nicht?
Denn tief in mir lodert das Feuer
Vivienne
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