Der erste Schnee – Gedankensplitter

Der erste Schnee ist etwas Besonderes.
Ihm haftet ein besonderer Zauber an.
Ein Gefühl von Weihnachten.
Von Winterwunderland.
Und unbeschwerter Kindheit.
Leuchtenden Kinderaugen.
Schnee.
Immer verbunden mit Kälte und Eis.
Schlecht begehbaren Straßen.
Unfällen auf den Straßen.
Verkehrschaos.
Und trotzdem.
So vor Weihnachten.
Und der erste Schnee im Jahr überhaupt.
Das ist Romantik pur.
Selbst heuer.
Wo sich der grünende Sommerflieder unter der Schneelast beugt.
Halb verblühte Rispen bräunlich hervorstechen.
Unter dem Weiß.
Natürlich wirkt er ein wenig fremd.
Aber im Licht der Straßenlaterne…
Vom Wind leicht verweht…
Ich kann mir nicht helfen.
Das hat etwas Heimeliges für mich.
Geborgenheit kommt in mir auf.
Und ich blicke weiter in die Nacht.
In der Flocke um Flocke fällt.
Sanft erhellt vom Licht der Straßenlaterne…

Dabei ärgert mich Schnee.
Im Februar und im März.
Wenn ich mich nach Frühling sehne.
Und nach Wärme.
Und ich mich noch mit Schneematsch herumärgern muss.
Manchmal auch mit Eis.
Und dennoch.
So ein Leben völlig ohne Schnee?
Ein Advent ohne frühwinterliche Romantik?
Nein.
Das gefiel mir auch nicht.
Überhaupt nicht.
Wenn ich ehrlich bin.
Ich bedaure jene Leute, die ohne Schnee leben müssen.
Ein Leben lang.
Australien.
Jamaika.
Kalifornien.
Dort wird Weihnachten ohne Schnee gefeiert.
Und ich frage mich:
Wie wäre ein Winter ohne echten Schnee?
Wenn es zwar kühler wird.
Und regnerisch.
Aber niemals Schnee fallen wird?
Es gefiele mir nicht.

Und deshalb freue ich mich an den Schneeflocken.
Jetzt noch.
Ich freue mich an überzuckerten Stauden und Sträuchern.
Und einer rosafarbenen Rose.
Die leicht vom Schnee bedeckt ist.
Wie veredelt.
Der Winter ist nicht mehr wie er war.
Aber der erste Schnee…
Er hat noch immer seinen Reiz.

Vivienne/Gedankensplitter

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