Glaub nicht, ich wüsste nicht Bescheid.
Es ist so offensichtlich, was du bezweckst.
Ich habe meine Lektion gelernt.
Ich habe begriffen.
Ich weiß, was in dir vorgeht.
Wenn du mir Komplimente machst.
Wenn du dich bemühst.
Und dabei bisweilen auch über’s Ziel hinausschießt…
Du merkst es gar nicht.
Aber dafür ich umso besser…
Es tut fast nicht weh.
Wie denn auch?
Dich habe ich nie so nah an mich heran gelassen.
Dich nicht.
Das hatte auch andere Gründe.
Vor allem aber wegen meines Argwohns.
Und ich hatte Recht.
Und diesmal begriff ich früh.
Früher als sonst…
Du kannst mir ruhig weiter deine Pralinen servieren.
Wenn du möchtest.
Die eine oder andere werde ich essen.
Aber sicher nicht alle…
Es amüsiert mich nur mehr.
Wenn du dich bemühst.
Und ich dich trotzdem auflaufen lasse…
In gewisser Weise.
Dabei muss ich zugeben.
Vor ein paar Jahren hätte ich dein Szenario noch ernst genommen.
Ganz sicher sogar.
Ich hätte an dein Wohlwollen geglaubt.
Und an deine Herzlichkeit.
Aber jetzt…
Du darfst ruhig weiter inszenieren.
Aber ich falle nicht mehr auf dich herein.
Ich weiß worum es dir geht.
Und es geht dir nicht um mich.
Ganz sicher nicht.
Es geht dir nur um deinen Vorteil.
Und das, was du dir erwartest.
Durch mich…
Bisweilen lasse ich einen Stoßseufzer los.
Und hadere ein wenig mit mir selbst.
Warum ich?
Warum ist keiner lieb zu mir.
Um meiner selbst willen?
So wie ich bin.
Ein wenig kantig und eckig.
Aber ich kämpfe um die Meinen.
Wie eine Löwin…
Ein wenig Wehmut.
Vielleicht eine Träne.
Aber das geht vorbei…
Dabei geht es mir nicht einmal so sehr um dich.
Du spielst ohnedies in einer anderen Liga.
Das ist längst geklärt.
Ich greife nicht nach den Sternen.
Aber ich sehne mich ein wenig nach den Zeiten.
Als du noch nett und verständnisvoll zu mir warst.
Als ich am Boden lag.
Und einfach ich war…
Eigentlich wird mir schon schlecht.
Die vielen Pralinen…
Ich werde ihrer schon überdrüssig.
Vielleicht sollte ich dir doch einmal sagen.
Dass ich Pralinen gar nicht mag…
Vivienne/Gedankensplitter