Durch die Straßen flanieren… – Gedankensplitter

Die Sonne tut gut.
Sie blitzt zwischen den Wolken durch.
Und taucht die Stadt wieder in freundliches Licht.
Das Gewölk treibt auseinander.
Die Sonne setzt mir ein Lächeln auf die Lippen.
Streichelt meine Seele.
Ich sitze in einem Straßencafé in Linz.
Vor mir eine Melange und ein Glas Wasser.
Das Blau des Himmels wächst sich aus.
Und tut meinen Augen gut.
Kein Regen heute.
Und ich strahle über das ganze Gesicht.
Das Laub der Bäume des Schillerparks wirkt so frisch.
Herrliches Grün.
Stundenlang könnte ich da sitzen.
Und meinen Tagtraum pflegen.
Eine bekannte Schriftstellerin werden.
Eines Tages.
Und jeden Tag im Café sitzen.
Eindrücke sammeln.
Den Leuten auf’s Maul sehen.
Und neue Geschichten und Gedichte entstehen…

Schließlich reiße ich mich doch los.
Ich kann nicht ewig hier sitzen.
Gemächlich stehe ich auf.
Beginne durch die Straßen zu flanieren.
Die Straßenbahn lasse ich links liegen.
Die brauche ich heute nicht.
Nicht heute.
Wo ich vergnügt in jedes Schaufenster blicke.
Mal da probiere.
Mal dort kaufe.
Ich habe Zeit.
Und ich bin fröhlich.
Einfach so.
Die Melange hat mir gemundet.
Und ich trage ein Sackerl mit meinen Einkäufen.
Nicht viel alles in allem.
Aber mir gefällt’s…
Einfach schön.
Nicht an die Arbeit denken.
Nicht an all meine Sorgen, die mich quälen.
Ab und an.
Heute bin ich einfach gut gestimmt.
Sehr friedvoll in mir.
Solche Tage muss ich genießen.
So oft lacht die Sonne nicht bis in mich hinein…

Ich steh an einer Kreuzung.
Unter vielen Leuten.
Da fasst mir jemand an die Schulter.
Entschuldigung, ich muss da durch!
Ich drehe mich um nach ihm.
Er dreht sich um nach mir.
Während er weitergeht.
Da wird die Ampel grün.
Ich wende mich ab.
Folge dem Menschenschwarm über die Straße.
Und schmunzle über den eiligen Herrn…

Weiter vorn ein Eissalon.
Ich überlege kurz.
Aber heute gelüstet mich nicht nach einem Schokoeis.
Oder einem Eiscafé.
Ich setze meinen Spaziergang fort.
Heute kann ich widerstehen…
Warm ist es geworden.
Ich ziehe meine Jeansjacke aus.
Knote sie mir um die Hüften.
Und bleibe bei einem weiteren Schaufenster stehen.
Schmuck.
Ringe, Ohrgehänge, Ketten.
Bernstein.
Katzenauge.
Jade.
Reizen würde mich alles.
Vor allem der Bernstein.
Minuten starre ich durch die Glasscheibe.
Fange den herrlichen orangebraunen Glanz ein.
Das Sonnenlicht scheint sich darin zu brechen.
Lebensfreude.
Ich liebe dieses Feuer…
Jemand rempelt mich an.
Ohne ein Wort.
Und ist schon wieder vorbei.
Ich löse mich wieder von den Preziosen.
Und gehe langsam weiter…

Vivienne/Gedankensplitter

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