Heut‘ Nacht – Gedankensplitter

Heut’ Nacht brauch’ ich dich wirklich sehr.
Lass mich nicht los, ich fühl’ mich schrecklich leer.
Denn heut’ am Tag, da ist er gestorben…
Wer? Er – er hat mich einmal umworben…

Ich konnte ihn nicht leiden, ich geb’ es zu.
Er war ein Schleimer, und ließ mich nicht in Ruh.
Und ja, seine Mentorin, bemühte sich devot
mit ihm mich zu verkuppeln, als hätte ich ihn Not.

Ich konnte ihn nicht leiden, versteh’ mich doch.
Nicht weil er gar nicht schön war, er hätt’ mich unterjocht.
Er wollt’ mich mit sich nehmen, weit weg in die Provinz.
Ich konnte es nicht fassen, ich dachte, dass er spinnt.

Hielt nichts von seinen Plänen, und er war mir suspekt.
Ich wollt’ mit ihm nicht reden, ich lief ganz einfach weg.
Und als er wieder da stand, schrie ich ihn ganz laut an!
Ich will nicht mit, kapier doch, ich liebe dich nicht, Mann!

Er sah mich an ganz traurig, und fing zu weinen an.
Du weißt, dass ich bei einem Mann so was nicht aussteh’n kann.
Ich ließ ihn einfach stehen, für mich war das vorbei.
Was hätt’ ich machen sollen? Lieb’ ist doch was für zwei

Ich hatte ihn nicht gern und war nicht verliebt in ihn!
Oder was meinst du? Für mich gab das kein’ Sinn!
Ich wusste nicht, wie er sehr mich geliebt, woher denn auch?
Heut Mittag stürzte er sich aus dem Fenster raus!

Er hatte mich gesehen, und ja, er wusste auch von dir.
Dass ich verliebt war jetzt, und dass er mich verliert,
dass konnte er wohl wirklich nicht ertragen, doch obwohl –
weiß nicht, warum ich mir die Schuld zuweisen soll…

Soll ich Liebe heucheln, wenn ich sie nicht in mir spür?
Und doch fühl ich in mir ganz kalt, als ob ich frier…
Halt mich heut’ Nacht, lass mich bitte nicht mehr los!
Ich fühl’ die Schuld, und sie lässt mich nicht mehr los!

Ich kann doch nichts dafür! Oh nein, nur ich bin schuld,
und weiß doch: das, mein Gott, hab ich ganz sicher nicht gewollt!
Ich bin verwirrt, hab Fieber, bin ganz ungestüm.
Er ist gestorben, und ich wollt’, ich wär’ heut’ Nacht bei ihm…

Vivienne/Gedankensplitter

Schreibe einen Kommentar