Regen.
Große, schwere Tropfen.
Wie funkelnde Perlen.
Wie Tränen…
Fröhliche Musik tönt an meine Ohren.
Aber sie dringt nicht in mich.
Als wäre meine Ohren verschlossen.
Als könnten die Töne nicht eindringen…
Als stünden sie an einer Mauer.
Ich kann sie hören.
Ganz deutlich.
Aber sie berühren mich nicht.
Die Frauenstimme trällert fröhlich.
Aber ich spüre die Fröhlichkeit nicht.
Jetzt nicht…
Die Äste eines Strauches wiegen sich im Wind.
Er ist noch so grün.
Stark und fest steht er da.
Trotzt dem Regen.
Trotzt dem Wind…
Ich bin müde.
Die nasse Kälte ist mir unter die Haut gekrochen.
Hat mich umfasst.
Und lässt mich nicht los.
Meine Finger fühlen sich klamm an.
Die Farbenpracht der letzten Wochen hat sich verloren.
Die Lärche des Nachbarn ist fast kahl geworden.
Ein paar gelbe Blätter um sich verstreut.
Sie werden bald eins werden mit der feuchten Erde…
Der Himmel ist hellgrau.
An manchen Stellen sogar sehr hell.
Als versuchte die Sonne durchzudringen…
Nichts hat Bestand.
Die Veränderung gehört zum Leben.
Gerade dann, wann wir sie nicht wünschen…
Ein Vogel hat sich auf einen Ast der Lärche gesetzt.
Er wirkt munter.
Und lebendig.
Bewegt sich emsig.
Als würde die Kälte an ihm abprallen…
An seinem Federkleid…
Ich wünsche mir auch ein Kleid.
Das die Tristesse abhält.
Das das Dunkle meiner Seele aufhellt.
Und mit Fröhlichkeit umwebt…
Ich würde gerne der Vogel sein.
Unverdrossen.
Immer mutig.
Den neuen Tag begrüßen.
Wie einen Freund…
Vivienne/Gedankensplitter