Ich sitz und philosophier so vor mich hin,
und denke nach, so über meines Lebens Sinn.
Was ich oft falsch gemacht, und was vergessen,
wie oft verzagt ich war und auch vermessen…
Bekomme ich noch einmal alles in die Reihe?
Während ich mein Leben nun dem Schreiben weihe,
vereinsam ich oft wirklich sehr und was ich denke,
wem ich wohl noch einmal mein Herz ganz offen schenke…
Die Grillen zirpen, geben heute Abend ein Konzert,
ganz frohgemut, gibt da niemand, der sie stört.
Sie denken nicht so viel wie ich, sie musizieren nur,
in dunkler Nacht, inmitten prachtvoller Natur…
Sie kümmert nichts, und ist das Leben morgen aus,
sie machen sich ganz sicher heute Abend gar nichts draus.
Ich wünschte oft, ich könnt’ das Leben auch so nehmen,
stattdessen träum ich mir, ich könnt’ mich an jemand lehnen,
der zart mich hält und liebe, leise Worte zu mir spricht,
und der zu lieben mich ganz sicher nicht vergisst.
Der Wind weht sacht und kitzelt mein Gesicht ganz zart,
während ich am Fenster sitz, und auf irgendetwas wart’.
Weißt nicht auf was, und nicht auf wen – ich sitze einfach da
und fühl’ mich der Unendlichkeit auf einmal sehr, sehr nah.
Was grüble ich, so frag’ ich mich, es kommt, so wie es kommt!
Ich bin nicht hart genug bisweilen, durch Angst, die in mir wohnt!
Kein Gedanke mehr an irgendwen, ein falsches Wort, was auch!
In der Ewigkeit bedeutet das doch nur mehr Schall und Rauch!
Egal, was andre heute denken, egal was sie mir manchmal sagen:
Wenn einer Ärger hat mit mir, dann soll er’s einfach klagen!
Ansonsten schweige er für immer, und ich wend mich einfach weg.
Sich wegen allem ärgern – das hat doch wirklich keinen Zweck!
Vergess’ die Fehler einfach und lern danach dazu.
Sonst komme ich sicherlich wohl nicht so schnell zur Ruh!
Schuld ist eine schwere Last und ich trage hart an ihr –
Ich hab das nicht verdient, weil ich es in mir spür’!
Ich sollte mir vergeben, und zwar an allererster Stelle,
weil ich mich mit der Schuld nur um mein Lebensglück rum quäle.
Donner grollt ganz leise und das Konzert tönt weiter laut,
ich blicke aus dem Fenster, fühl mich ganz wohl in meiner Haut.
Die Hitze ist gewichen, und ruhig wird’s jetzt in mir,
genieße diesen Abend und lausch’ nur dem Gezirp…
Vivienne/Gedankensplitter