von Vivienne – Juli 2004
Ein Regentag
Sie säen nicht.
Sie ernten nicht.
Und der himmlische Vater ernähret sie doch
Gibt es noch etwas anderes als arbeiten?
Als das übliche Einerlei
?
Man hastet in die Arbeit.
Täglich.
Immer wieder.
Freut sich auf ein Wochenende.
Dass man sich dann um die Ohren schlägt.
Laute Musik.
Grelle Lichter.
Unmöglich zu reden.
Alkohol.
Manchmal zu viel.
Und manches andere.
Von dem man besser die Finger lassen sollte.
Früh morgens dann endlich zu Bett.
Schlafen bis in den Tag.
Und schon ist das Wochenende wieder vorbei
Der Alltag kälter denn je.
Ich sitz an einem kleinen Tisch.
In einem Café.
Allein.
Vor mir eine Melange.
Der Regen fällt.
Leise.
Beständig.
Im Lokal ist es grau.
Und trüb.
Ich lege meine Brille ab.
Und reibe meine Augen.
Sie schmerzen.
Ist das mein Leben
?
Ist das alles im Leben?
Wird sich nie etwas ändern?
Jeder Tag gleich?
In der Arbeit der künstliche Stress.
Wem jag ich dort nach?
Oder lenk ich nicht mehr von meinen Problemen ab?
Von meiner Angst.
Von meiner Einsamkeit.
Und von meiner Antriebslosigkeit.
Ich laufe davon.
Exzessiv.
Vor allem, das mich quält.
Und am meisten vor meiner Einsamkeit
Wie komme ich aus dieser Enge?
Bei jedem Schritt meine ich vor Mauern zu stehen.
Das grelle Licht der Nacht ist verschwunden.
Die Farben sind einem Nebel gewichen.
Einem Nebel, der immer näher rückt.
Gespenstisch.
Alles sieht gleich aus.
Schemenhaft.
Unklar.
In verwässerten Grautönen
Leere.
Kälte.
Die Freude in mancher Nacht.
Ist hohl und aufgeblasen.
Ein momentaner Kick.
Dessen Wirkung verpufft ist.
Bevor ich früh morgens wieder in mein Bett falle.
Und mich verkrieche.
Vor den Gedanken.
Die immer drängender werden.
Eintönigkeit.
Wie der Regen.
Und nichts was ich ändern könnte
Nichts
Vielleicht doch.
Aber wo setz ich an?
Wo grabe ich.
Damit mein Leben in anderen Bahnen fließt?
Heraus aus der Eintönigkeit.
Heraus aus der Stagnation.
Ich kenne meinen Weg.
Instinktiv.
Aber ist es nicht gefährlich.
Die sichere Straße zu verlassen.
Etwas riskieren.
Mich durch das Dickicht zu kämpfen.
Um vielleicht Neuland zu entdecken.
Völliges Neuland.
Freuden, die echt sind.
Die nicht aus dem Alkohol kommen.
Aus Suchtmitteln.
Und nicht aus dröhnender Musik.
Aus meinem bizarren Lachen.
Das meine ungeweinten Tränen überdeckt.
Gibt es das noch?
Glück, das aus mir selber kommt
?
Ich weiß nicht, ob es besser wird.
Wenn es anders wird.
Aber es muss anders werden.
Damit es besser werden kann.
Alles nicht so ernst nehmen.
In sich selbst hineinhorchen.
Wie die Katze in der Sonne.
Die auch nicht an morgen denkt.
Das Leben geht weiter.
Und leichter als je zuvor.
Federleicht
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