Neue Bohnen Zeitung


von Vivienne  –  Oktober 2004



Gefühle

Angst.
Freude.
Verletzbarkeit.
Glück.
Trauer.
Gefühle sind Teil unseres Lebens.
Beherrschen es, wenn wir es zulassen.
Auch Zorn und Wut.
Enttäuschung.
Doch auch Begeisterung.
Befreiung.
Ohne Gefühle wäre unser Leben leer.
Sinnlos.
Ein Umweg von einer Banalität zur anderen.
Alles wäre egal.
Ob die Sonne scheint.
Ob es regnet.
Ob ich stolpere und wieder aufstehe.
Oder ob ich liegen bleibe.

Wenn wir ehrlich sind:
Ohne Gefühle wäre unser Leben nicht mehr lebenswert.
Wenn wir uns nicht mehr freuen können…
Wenn wir nicht mehr traurig sein könnten…
…wären wir dann überhaupt noch Menschen?
Sondern wären wir nicht vielmehr wie Steine?
Selbst ein Tier hat Emotionen.
Die Katze schnurrt, wenn es ihr gut geht.
Der Hund wedelt mit dem Schwanz.
Oder er bellt, wenn er sich aufregt.
Ich glaube auch, dass sich eine Pflanze freut, wenn es ihr gut geht.
Und sie blüht dann einfach besonders schön.
Oder besonders hoch und kraftvoll.
Gefühle machen unsere Persönlichkeit aus.
Gefühle diktieren und beeinflussen, was wir tun.
Wie wir es tun.
Oder ob wir etwas tun.
Und es nicht lieber bleiben lassen.

Unsere Emotionen sind so vielfältig wie die Farben eines Regenbogens.
Und nicht immer gleich.
Manchmal ist einer mutig und widerspricht der Verkäuferin, die ihm zu wenig herausgibt.
Ein anderes Mal ist er wieder feig.
Und lässt den Chef schimpfen, obwohl er nicht fair ist.
Im Grunde behandeln wir jeden Menschen ein wenig anders.
Aufgrund der Emotionen, die wir für ihn hegen.
Den wir lieben, der darf sich fast alles trauen bei uns.
Wir lachen höchstens dazu.
Der uns nicht sympathisch ist, der hat bei uns kein Leiberl.
Dem helfen wir nicht.
Oder nur widerwillig.
Beides ist nicht ganz richtig.
Dem, der so keck werden darf, weil wir ihn so mögen, sollten wir auch seine Grenzen zeigen.
Er wird sonst vielleicht zu übermütig.
Und geht womöglich einmal zu weit…
Dem, den wir nicht so mögen, der hat im Grunde keine Chance.
Was immer er tut, es untermauert die Meinung, die wir von ihm haben.
Das ist auch nicht fair.

Natürlich können wir nicht jeden Menschen gleich behandeln.
Auch das Spektrum unserer Sympathien wird durch unsere Gefühle beeinflusst.
Es ist gut, dass wir nicht alle gleich sind.
Gottes Tiergarten ist groß.
Warum sollten wir auch alle den selben lieben?
Zum Dasein gehört auch die Freiheit zu entscheiden.
In einem gewissen Rahmen, der uns allen individuell gegeben ist.
Stehen wir also zu unseren Emotionen.
Lassen wir sie zu.
Teilen wir unsere Trauer mit.
Reden wir über unsere Ängste.
Und freuen wir uns mit anderen.
Vielleicht ist es nicht immer klug, seinem Unmut zu sehr freien Lauf zu lassen.
Aber es ist wenigstens ehrlich.
Unverfälscht.
Eine Facette unserer Persönlichkeit.
Hüten sollten wir uns eher vor den Menschen, die unser immer dieselbe Larve zeigen.
Aus Unehrlichkeit.
Oder aus Furcht.
Beides macht das Zusammenleben schwierig.
Denn wer nicht zu seinen Gefühlen steht, verkümmert seelisch.
Wie eine Pflanze ohne Licht.
Und wer sich absichtlich verstellt, meint es oft nicht gut mit uns.

Wer uns hingegen liebt, nimmt uns so an wie wir sind…

Vivienne

Link: Alle Beiträge von Vivienne

 

 

Schreibe einen Kommentar