von Vivienne – Juni 2004
Hier und jetzt
Viele Menschen grübeln über alles Mögliche.
Ich schrieb schon öfter darüber.
Die Zukunft.
Die Liebe.
Der Job.
Alles Mögliche wird hinterfragt.
Beäugt.
In Frage gestellt.
Und man fürchtet sich.
Vor dem, was sein könnte.
Vor dem, was man gar nicht weiß.
Oder nicht sicher.
Und statt sich über das zu freuen.
Das den Augenblick schön und lebenswert macht.
Verbringt man ihn.
Mit dunklen Gedanken.
Wieso ist das so?
Erfahrungen beeinflussen den Menschen.
Vom Moment der Geburt an.
In seinem Tun.
In seiner Entwicklung.
In seinen Handlungen.
Herzliche und innige Momente können das sein.
Aber auch schlimme Erfahrungen.
Enttäuschungen.
Leid.
Kummer.
Sorge.
Es sind die üblen Dinge es Lebens.
Die uns stärker prägen.
Die die Oberhand in unserem Wesen erhalten.
Und uns unsere wirkliche Unschuld kosten.
Jene Unschuld, das Leben offen anzunehmen.
Sich dem Augenblick hinzugeben.
Alles zu genießen.
Ohne ans Morgen zu denken.
Oder das was sein könnte.
Irgendwann.
Vielleicht auch nie.
Fast jeder von uns kennt solche Momente.
Hadert mit sich.
Und fürchtet sich.
Nach einem Schwanz voll schlechter Erfahrungen.
Vor neuen Enttäuschungen.
Vor dem Schmerz.
Einem Selbstbetrug aufgesessen zu sein.
Sich selbst etwas vorgemacht zu haben.
So mancher reagiert dann darauf.
Sehr rigoros.
Wenn ihn ein Mensch betrogen hat.
Löscht er jede schöne Erinnerung mit ihm.
Aus dem Gedächtnis.
Durch den Betrug ist es ihm nichts mehr wert.
Was er an Glück mit ihm erlebte.
Er blockt ab.
Er verhärtet zusehends.
Innerlich.
Und verliert das Gefühl für Freude.
So ein Mensch urteilt sehr hart.
Das Verhalten trifft ihn selbst.
Am Allermeisten.
Dabei muss nicht alles schlecht sein.
Was man mit einem Menschen erlebte.
In schönen Momenten.
Nur weil er auch falsch war.
Oder ungerecht.
Was auch immer.
Der Mensch ist nicht gut.
Er ist auch nicht böse.
Jeder ist seine ganz persönliche Mischung.
Aus beidem.
Das macht uns aus.
Auch wenn wir jemanden lieben.
Kann er uns zutiefst verletzen.
Vielleicht gerade deswegen.
Aber deswegen ist nicht alles schlecht.
Was wir durch ihn erfuhren.
Des Menschen Menschlichkeit.
Bedingt sein Gut.
Und sein Böse.
Unser Leben ist kein Spaziergang.
Auf einer ebenen Straße.
Bei Sonnenschein.
Im Frühsommer.
Bei lauem Wind.
Schlechtes kann uns immer wieder widerfahren.
Auch von Leuten.
Die wir lieben.
Manchmal sehr.
Aber darüber sollten wir gar nicht nachdenken.
Zumindest nicht immer.
Zumindest nicht bitter.
Wir leben hier und jetzt.
Wer spricht vom Sturm?
Wenn jetzt der Sommer lacht?
Schätzen wir den Moment.
Der uns gefangen hält.
Lieben wir das Leben.
Lieben wir uns selbst.
Und lieben wir alle Menschen.
Die den wertvollen Augenblick.
Mit uns teilen.
Auch wenn der eine.
Vielleicht morgen über dich lacht.
Oder die andere.
Dich gerade täuscht.
Hier und jetzt.
Der Augenblick ist das Leben.
Ein Schritt nach dem anderen.
Heute Sonne.
Morgen Regen.
Eine Woche.
Oder auch nur zwei Stunden.
Wir wissen es nie.
Und je weniger wir darüber nachdenken.
Desto weniger macht es aus.
Wer spürt die Kälte?
Der das Leben liebt?
Alles andere ist nämlich ganz egal
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