Neue Bohnen Zeitung

 


Süßer Müßiggang

 Sonntagvormittag.
Ich lieg im Bett und es geht mir gut.
Gerade erst bin ich aufgewacht.
Ich räkle mich genüsslich und stecke meine Hände vorsichtig unter der Decke hervor.
Ist es sehr kalt?
Aber meine Sensoren winken ab.
Viel zu frisch da in dieser Welt außerhalb der Bettdecke.
Ich verkrieche mich wieder und gebe mich ganz der wohligen Wärme hin.
Die Augen fallen mir wieder zu.
Ich kämpfe nicht dagegen an.
Und ich beginn zu träumen.
Sein Bild ist vor meinem inneren Auge und ein Lächeln huscht über meine Lippen.
Ein Lächeln, das den ganzen Zauber einer verliebten Frau widerspiegelt.
Wo er gerade ist?
Was er wohl in diesem Moment denkt?
Vielleicht an mich…?
Ein Traum hüllt mich in weiche Glückseligkeit.
Als ich die Augen wieder öffne, bin ich fast enttäuscht, dass er nicht da ist.
So reell war seine Präsenz in diesen wenigen Momenten zwischen Traum und Wirklichkeit.
Macht aber nichts.
Er ist bald wieder bei mir.
Echt.
Und sehr bald.
Wenn ich nur nicht so faul wäre!
Ich kann mich nicht einmal aufraffen, die paar Schritte ins Bad zu gehen um zu duschen oder die Zähne zu putzen.
Meine Sensoren raten mir noch immer, mich nicht unter der Bettdecke hervorzutrauen, weil die Welt  da draußen noch so unfreundlich und unwirtlich ist.
Aber ich vermute nicht zu unrecht, dass meine Sensoren von meiner Faulheit bestochen wurden.
Um mir das einzureden…
Mein zufälliger Blick auf die Uhr lässt mich kurz erschaudern.
Es wird wirklich Zeit, den Tag zu begrüßen.
Einen Tag grau und voller Nebel, und so gar nicht geeignet, die eigenen Energien anzuregen.
Fast „todesmutig“ schlag ich trotzdem die Decke zurück.
Ein paar Schritte bringen meinen frierenden Körper ins Badezimmer.
Ich stell mich unter die Dusche und das warme Wasser verstärkt für einen Moment meine passiven Bedürfnisse:
Weiterzuschlafen.
Weiterzuträumen.
Aber schließlich regen sich doch meine Lebensgeister.
Ich spüre jeden perlenden Tropfen Wasser auf meiner Haut wie eine sanfte Massage.
Als ich mich abtrockne, ist mein Körper weich und warm.
Die Müdigkeit ist verschwunden.
Sie hat einem ganz anderen Bedürfnis Platz gemacht.
Meinem einzigen Laster.
Bald steigt mir der Duft von heißem Kaffee in die Nase.
Die Kaffeemaschine tut ihr Bestes um mich zufrieden zu stellen.
Ich sitz am Tisch, trink meinen Kaffee: stark, mit viel Zucker und wenig Milch.
Wie ich ihn liebe…
Das Radio läuft leise und spielt mein momentanes Lieblingslied: „Music is the Key“.
Was wäre die Welt ohne die Musik!
Was wäre die Welt ohne die Romantik, die ohne Musik gar nicht denkbar wäre!
Was wäre die Welt für mich ohne ihn…!

Gedankensplitter

 

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