Neue Bohnen Zeitung

 


Ich stell mir vor 

Ich stell mir vor, ich wär’ nicht einsam,
und wäre längst nicht mehr allein.
Denn jener bislang Unbekannte,
würd’ Teil von meinem Leben sein.

Er müsst’ nicht schön sein, nicht erfolgreich.
Ein Mann, der ehrlich zu mir ist,
ist mir von Herzen sehr viel lieber,
als wenn er stets von Geld nur spricht.

Ein Mann, der selber nach Gefühl sucht,
der mich so nimmt, so wie ich bin.
Über die Liebe offen redet,
Ist für mich sicher ein Gewinn.

Und ist so jemand schwer zu finden?
Im Grunde sollte das nicht sein.
Dass ich stets nur den Falschen suche,
liegt an mir selber ganz allein.

Ich lass’ mich selber gern betrügen.
Ganz unbewusst, da hass ich mich.
Drum such ich Männer, die nicht gut sind,
Mich auch missbrauchen fürchterlich.

Ich mein’, ich glaube an die Liebe.
An Treue, Ehrlichkeit und Herz.
Die Männer aber, die ich gern hatt’,
bereiteten mir oft nur viel Schmerz.

Oft vermeint’ ich zu verzeifeln:
Was mach’ ich falsch? Was fang’ ich an?
Berechnung kommt von Seiten dessen,
der für mich ist der liebste Mann.

Geht nicht um mich, geht um den Vorteil!
Ja, es war nicht das erste Mal.
Und weil ich selber mich gering schätz’;
war’s ja auch nicht das letzte Mal.

Keiner, der für mich bestimmt ist?
Keiner, der auch ehrlich wär?
Ich hätt’ ihn wohl auch nicht gesehen,
wenn er vor mir gestanden wär’!

Ein Mann spricht ungern über Liebe.
Er sagt’s nicht, wenn er sie nicht fühlt.
Was bleibt, sind Tränen ohne Ende.
Ein Herz, das tief drin aufgewühlt.

Lern’ dich zu lieben, dich zu öffnen,
verschwende dich an Falschheit nicht.
Ein besserer für dich bestimmt ist,
der Liebe gibt, und nicht nur Pflicht.

So sagte man vor langer Zeit mir.
Jemand Besseren bist du wert.
Schau nicht zurück und nur nach vorne,
dass einer dir bald Liebe schwört.

Tu was du möchtest und nicht mehr,
Geh keinen Kompromiss mehr ein,
den du nicht willst und der dich stört.
Benutz das kleine Wörtchen „Nein“.

Denn so erkennst du, die dich lieben,
denn so er kennst du, die dich spür’n.
Die nicht nur ihren Vorteil suchen,
und aus Berechnung dich verführ’n.

Ich fürcht, ich weiß nicht mehr genauer,
wer diesen weisen Rat mir gab.
Die Quintessenz hab ich gefunden,
nach langer Suche, Jahr und Tag.

So steh’ ich wieder mal am Kreuzweg.
Und die Entscheidung fällt mir schwer.
Mein Leben wird sich sehr bald ändern,
und umkehren geht danach nicht mehr…

Doch trotz der Narben wird es gut geh’n.
Ich werde weinen, ich werd’ schrei’n.
Doch wenn den Schritt ich durchgezogen,
dann bin ich auch nicht mehr allein…

Vivienne/Gedankensplitter

 

 

 

 

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