Schuldgefühle – Gedankensplitter

Manchmal möchte ich laut weinen.
Hoffen, dass mir dann leichter wird.
Dass ich lern, mir zu verzeihen,
weil deine Angst ich nicht gespürt.

Hätt’ ich geahnt, denk ich so oft mir,
was du im Innersten verspürt,
hätt ich gehalten deine Hand dir,
und aus dem Dunkel dich geführt.

Du bist gesprungen aus dem Leben.
Ich weiß nicht, ob ich’s je ertrag!
Hätt’ ich dir nur mehr Halt gegeben!
Und doch zu spät, dass ich es sag…

Ich würd’ so gerne wieder lachen,
von Herzen, und ganz voller Glück!
Doch kann ich nichts dagegen machen,
dass die Tristesse mein Herz besiegt.

Ich seh’ die Sonne nicht mehr scheinen,
ich fühl in mir, ich hab versagt!
Es sticht mit Nadeln mich, mit feinen
die Schuld, die Hoffnung mir versagt.

Hättest du nicht reden müssen,
dass du dein Leben nicht erträgst?
Und doch sagt hart mir mein Gewissen:
Dein Gemüt, das hast du stets versteckt!

Zwei Seiten in mir, wie sie streiten!
Und sie zerreißen mich schon bald,
wenn sie mich weiterhin begleiten –
ich finde einfach keinen Halt!

Kein Knopf kann diesen Zwiespalt lösen,
kein Wort die Wunde sanft kurieren.
Die Hölle tönt laut mit Getöse
in mir:  ich wird’ den Kampf verlieren!

Vielleicht folg’ ich schon bald dir,
dorthin, wo du geflohen bist.
Noch macht die Idee so richtig Angst mir,
doch wie ertrag ich diesen Zwist,

den Zweikampf, den ich in mir austrag’,
und das auch noch mit mir allein?
Ich weiß nur, dass ich so nicht mehr mag…
Ich möchte lieber nicht mehr sein…

Ich höre, wie du mit mir redest,
ich spür dich, dass du bei mir bist,
Nicht, dass du mir vielleicht vergebest –
dass du um Frieden dich bemühst.

Du rufst mich, ich soll zu dir kommen,
zu brechen deine Einsamkeit!
Im Leben nicht zusammenkommen,
so doch im Tode dann vereint…

Vivienne/Gedankensplitter


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