Stagnation kann töten.
Nicht sofort.
Aber dafür langsam.
Und nachhaltig.
Jeden Morgen wieder ein kleiner Tod.
Eintauchen in den Alltag.
In das ewige Schema.
Das man nicht mehr erträgt.
Jeden Tag dasselbe.
Dasselbe Chaos.
Dieselben Streitereien.
Derselbe Frust.
Dasselbe Einerlei.
Das sich in die Seele frisst.
Den Körper auslaugt.
Und den Lebenswillen zerstört.
Es geht nicht mehr so weiter.
Nein.
Ich muss ausbrechen aus diesen Zwängen.
Die wohl jemand anderer schätzen würde.
Aber nicht mehr ich.
Es ist Zeit zu gehen…
Es ist Zeit zu gehen.
Einen neuen Anfang zu machen.
Weil ich nicht mehr kann.
Und nicht mehr will.
Oft möchte ich davon laufen.
Und manchmal weine ich.
Heimlich.
Weil mir alles zu viel wird.
Ich habe es schon die letzen Jahre gemerkt.
Und kämpfte mich doch weiter.
Schob andere Probleme vor.
Aber ich habe die Zeichen erkannt.
Jetzt muss es sein.
Wann, wenn nicht jetzt?
Nie mehr.
Ich kenne die Antwort.
Die Zeit ist reif.
Es ist mir zu viel geworden.
Ich bin bereit alles zu opfern.
Alles, das mir lieb und kostbar war.
Die Beschaulichkeit hatte ihr Gutes.
Und barg ihre Gefahren.
Versteckt.
Sie schläferte mich ein.
Sie schläferte mich ein in trügerische Geborgenheit…
Die mich betäubte.
Und mir doch die Kraft aus den Armen saugte…
Vor ein paar Jahren war ich schon einmal so weit.
Damals zerfraß mich mein Job.
Und ich musste ganz am Boden liegen, um mich zu trennen.
Völlig verzweifelt.
Um mich lösen zu können.
Aber dann ging es ganz schnell.
Unvermittelt.
Unerwartet fast.
Überrascht, dass es so einfach ging.
Heute bin ich wieder so weit.
Nein.
Ich will nicht mehr so weitermachen.
Es ist Zeit für Veränderung.
Es muss anders werden.
Oder ich gehe zugrunde.
Lange, bevor ich körperlich stürbe.
Würde meine Seele vergehen.
Und damit alle Freude sterben.
Die noch auf mich warten würde.
Die Zeit ist reif.
Und ich brauche keinen Anlass dafür.
Nichts Unmittelbares.
Nur meine schwindenden Kräfte.
Und mein Traurigkeit.
Die mir auch jetzt wieder die Tränen in die Augen treibt…
Ich liege am Boden.
Ich kann nur mehr kämpfen.
Warum auf andere Rücksicht nehmen?
Es geht doch um mein Leben!
Und wer sorgt dafür?
Und wer ist verantwortlich dafür?
Wenn nicht ich selbst?
Zeit zu gehen…
Vivienne