„Blaue Wunder“

Der Hörverlag 2004, 2 CDs

Gleich vorweg: Normalerweise schlafe ich bei Hörbüchern prima ein. Dieses hier hat mich wach gehalten, weil ich mich darüber geärgert habe.

Die Story ist überschaubar. Die 32-jährige Elli zieht aus der Kleinstadt nach Düsseldorf und verliebt sich hier in einen Mann (Martin), der ihr vergisst zu sagen, dass er noch verlobt ist. Sie trennt sich und versinkt so in Liebeskummer, dass sie zunächst gar nicht bemerkt, dass ein schwer verliebtes Boy Toy auf sie wartet. Aber glücklicherweise – Klischee, Klischee – hat sie wie Carrie und Co. natürlich einen schwulen Mitbewohner, der sie mit Trost, Schokolade und Schminktipps versorgt. Und, ach ja: Nach einigen Wirrungen gibt es natürlich ein Happy-End.

Bei so einer Story muss man sich als Autor schon echt anstrengen, damit es nicht kitschig wird. Hat Frau von Kürthy aber irgendwie nicht gemacht. Stattdessen walzt sie einige im Ansatz witzige Ideen platt und hat bei den Schilderungen des Seelenlebens der Hauptfigur so viel Tiefe wie ein Planschbecken. Auch bei der Ausgestaltung der anderen Figuren hat sie sich nicht wirklich Mühe gegeben, daher wird eigentlich nicht mal klar, warum sie sich in die beiden Männer verliebt, außer dass der eine reich ist und der andere jung ist und den Boden verehrt, auf dem Elli wandelt. Und nebenbei, liebe Frau Kürthy: Auch Single-Frauen Anfang 30 haben sicherlich noch andere Sachen im Kopf als Orangenhaut, selbst wenn sie gerade Liebeskummer haben. Als Drehbuch hätte es mit einem guten Regisseur für einen Fernsehfilm gereicht, als Hörbuch war es ärgerlich.

(C) Jane

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