bohnenzeitung.com

 Home Prosa Philosophisches

22.05.2005, © Vivienne

Kann ich noch einmal lieben?

Jedes Mal läuft es gleich ab.
Rausch der Gefühle.
Momente des Glücks.
Und dann das Erwachen.
Wie ein „Kater“.
Ich liebe dich nicht.
Ein Satz wie ein Schlag ins Gesicht.
Oder noch schlimmer.
Alles nicht echt.
Nur Berechnung.
Tu ich halt so.
Solange ich sie brauche…
Ist mir öfter passiert in meinem Leben.
Warum?
Warum griff ich so oft daneben?
Gibt’s auf dieser Welt keinen, der mich liebt?
Ehrlich und aufrichtig?
Um meiner selbst willen?

Es ist nicht leicht, diese Dinge zu durchschauen.
Der Ansatz der Überlegungen macht den Unterschied aus.
Ich liebte nicht.
Ich glaubte zu lieben.
Und hielt mich unbewusst an den Falschen.
Aus einem verdeckten Minderwertigkeitsgefühl heraus.
Ich bin keinen besseren Wert…
Wieder ein Trugschluss.
Ich bin den besten Mann der Welt Wert.
Und alle Liebe und Leidenschaft dieser Welt.
Ich muss es nur selbst wollen.
Und mir selbst gönnen.
Trotzdem.
In so einer Situation entsteht oft der Irrglaube.
Ich kann nicht mehr lieben.
Ich kann mich nicht mehr öffnen.
Für einen neue Beziehung.
Für einen anderen Mann.
Man beginnt sich zu fürchten.
Und geht der Liebe aus dem Weg…

Es gibt tatsächlich negative Phasen im Leben.
Da macht es wenig Sinn sich viel Liebesglück zu erhoffen.
Weil die Umstände nicht passen.
So eine Durststrecke kann schon mal länger dauern.
Wichtig ist dabei:
Sich mal vorerst nicht zuviel zu erwarten.
Flirten ist auch schön.
Nicht mit der Brechstange.
Es kommen wieder andere Zeiten.
Und dann läuft es oft fast von selbst.
Ohne viel zutun.
Ohne banges Hoffen.
Ohne Verkrampfung.
Und ohne Angst
.
Sein Vertrauen in sich darf man halt nicht verlieren.
Und in die Liebe.
Es zeichnet sich ab, wenn es leichter wird.
Und wenn es mehr Sinn macht, jemanden ins Visier zu fassen.
Ganz zaghaft.

Selbst in unserer karriereorientierten Gesellschaft.
Liebe ist das Wichtigste.
Wir sind nicht dazu bestimmt allein zu sein.
Als Single ist ein Mensch unvollkommen.
Bisweilen macht es mehr Sinn, eine Weile allein zu bleiben.
Wenn negative Erfahrungen einander abwechseln.
Aber das ist kein Schicksal.
Man muss sich nicht abfinden damit.
Sondern abwarten.
Auf den passenden Moment.
Auf den richtigen Mann.
Oder die richtige Frau.
Liebe ist ein Privileg.
Das wir uns erwerben dürfen.
Das jedem zusteht.
Wenn er es zu achten und zu schätzen wei߅
Achten wir also darauf, wann wir zugreifen…
Und auf wen…

Vivienne

 

 Redakteure stellen sich vor: Vivienne       
 Alle Beiträge von Vivienne

Schreibe einen Kommentar