Keine Lösung – Gedankensplitter

Anita lag im Bett.
Halb betäubt.
Vom pochenden Kopfschmerz.
Ekelhafter Geschmack…
Im Mund.
Schwankend…
Stand sie auf.
Der Kreislauf…
Im Keller…
Im Bad.
Vor dem Spiegel.
Musterte ihr Gesicht.
Fassungslos.
Wie sie aussah.
Wimperntusche verschmiert…
Die Haare…
Ausgebleicht.
Strähnig…
Strohig.
Ringe!
Unter den Augen…
Unreine Haut.
Sie schnaufte.
Unter der Dusche…
Fühlte sie sich.
Das erste Mal…
Seit Stunden…
Wieder besser…
Shampoo.
Duschgel.
Bodylotion.
Zwanzig Minuten…
Ließ sie…
Das Wasser…
Auf sich prasseln…
Am Schluss war…
Richtig kalt…

Du lässt dich gehen!
Die Stimme…
Ihrer Freundin Irmi.
Dröhnte…
In ihren Ohren.
Meinst du…
Irgendetwas wird…
Besser…
Wenn du jeden Tag…
Säufst…
Was geht?
Tränen…
Schluchzen…
Was wusste Irmi schon!
Sie liebte Leon.
Und ohne ihn.
Hatte das Leben…
Keinen Sinn…
Überhaupt keinen…
Sie liebte ihn…
Mehr als das.
Sie brauchte ihn…
Und ihm?
War völlig egal…
Wie es ihr ging…
Dabei hatte er…
Keine neue Freundin.
Das wusste sie.
Er hatte sie…
Verlassen.
Einfach so.
Du klammerst!
Du bist eine Klette!

Er hatte nicht…
Begriffen.
Dass keine andere…
Ihn haben durfte.
So grausam war er.
Sie stehen zu lassen.
Weil sie ihn…
So sehr begehrte!
Sie setzte sich.
Auf die Couch.
Ein Glas Prosecco.
Und noch eines.
Dazwischen…
Ein Espresso.
Heiß.
Bitter.
Schwarz.
So wie sie sich…
Fühlte.
Und jeder Tag…
Fühlte sich…
Noch übler an…
Alle rieten ihr.
Leon zu vergessen.
Trauern und abschließen…
Frei werden…
Für jemand Neuen?

Niemals…!

Vivienne/Gedankensplitter

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