Ein Eintrag ins Tagebuch – Teil 28

Glück ist eine wilde Rose.
Hellrosa.
Mit einem gelben Herzen.
Der zarte Duft bringt dich zum Träumen.
Malt ein Lächeln auf dein Gesicht.
Und füllt dein Herz mit Sommer…

Ich träume vom Sommer.
Schon den ganzen Tag.
Obwohl es bisweilen regnet.
Heute.
Und der Himmel voller Wolken hängt.
In mir ist Sommer.
Beschwingtheit.
Leichtigkeit.
Eine Ahnung von besonderem Glück.
Eine leise Ahnung?
Wer weiß?
Ich freue mich einfach.
Ich freue mich, dass ich bin.
Ich freue mich am Vogelzwitschern.
An den zarten Blumen im Garten.
Und ich genieße was ist.
Das ist selten genug der Fall.
Mancher drückt es nicht so dezent aus.
Du bist so unausgeglichen.
Das bekam ich schon zu hören.
Mehr als einmal…

Mag schon sein.
Ich bin anders.
Das weiß ich.
Ich steche hervor wie bunter Hund.
Unter den so genannten Normalen.
Mit meiner Künstlerseele…
Mit meiner Vielschichtigkeit…
Bisweilen voller Abgründe…
Ich polarisiere die Menschen.
Nicht jeder mag mich.
Keinesfalls.
Aber das muss auch nicht sein.
Mir genügen die Ehrlichen.
Mir genügen die, die mir wirklich zugetan sind.
So wie Georg…

Es regnet wieder.
Ich schließe das Fenster.
Und summe ein Lied.
Ich weiß nicht welches.
Aber es geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Tage wie dieser sind ein Geschenk.
An die erinnert man sich.
Obwohl nichts Besonderes passiert ist.
Aber was ist schon besonders?
Muss mich ein Star besuchen?
Muss ich im Lotto gewinnen?
Muss ich mich selbst übertreffen?
Damit ich sagen kann:
Dieser Tag ist besonders!
Jede Kleinigkeit kann etwas Besonderes sein.
Ich muss sie nur wahrnehmen.
Und auskosten…
So einfach.
Und ich musste so alt werden das zu begreifen…

Georg schläft noch den Schlaf des Gerechten.
Auf der Couch.
Sein Körper hebt und senkt sich sanft.
Ich beobachte ihn.
Fühle die zärtlichen Gefühle in mir aufsteigen.
Die Gefühle in mir.
Ich gehe in die Küche.
Räume das Geschirr weg.
Und summe weiter diese Melodie.
Von der ich nicht weiß.
Woher ich sie kenne.
So vertraut.
Aber ich denke umsonst nach.
Die Melodie bleibt ein Geheimnis.
Zumindest im Moment…
Ich kippe das Fenster.
Frische, kühle Luft umfängt mich.

Das Besondere am Besonderen ist.
Dass es oft gar nicht so besonders zu sein scheint…

Vivienne

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