Aber dafür bin ich echt! – Gedankensplitter

Nein, ich bin kein Star!
Ich bin nicht makellos schön.
Nach mir dreht man sich nicht um.
Wenn man mich auf der Straße sieht.
Zufällig.
Ich bin unauffällig.
Weder schön noch jung.
Noch charismatisch.
Ich bin, wie ich bin.
Und ich stehe dazu.
Ich bin vielleicht kein Star.
Aber dafür bin ich echt.
Ganz echt.
Alles an mir ist ungeschönt.
Außer ein wenig Make Up und Kosmetik.
Nichts Berauschendes.
Am Abend wasche ich es wieder ab.
Ich bin echt.
Authentisch.
Ich stehe für mich.
Ich muss mich nicht anbiedern.
Etwa mit langen Locken.
Weil Männer auf Lockenmähnen stehen.
Ich nehme nicht ab.
Nicht um jemand zu gefallen.
Und wenn ich doch abnehme.
Dann für mich selber.
Weil es die Gesundheit verlangt.
Ich muss niemandem gefallen.
Nur mir.
Und wer mich wirklich liebt, verlangt nicht.
Dass ich mich für ihn ändere.
Optisch.
Er akzeptiert mich, so wie ich bin.

Denn ich bin echt.
Ich trage mein Haar, wie es mir gefällt.
Ich spritze kein Botox.
Und ich lasse mir meine Brüste nicht vergrößern.
Weil es modern ist…
Ich bin ich.
Zum Angreifen echt.
Und in mir fließt echtes Blut.
Mein Gesicht ist nicht maskenhaft erstarrt.
Weil es glatt wie eine Marmorbüste gespritzt wurde.
Ich stehe auf meine Mimikfalten.
Sie sind voller Leben.
Sie zeigen, dass ich lachen kann.
Auch wenn mir nicht immer nach lachen zumute war.
Ich muss mich niemandem anbiedern.
Nicht Trends und nicht Männerträumen.
Wer steht schon auf lebendige Barbiepuppen!
Solche Männer kann ich nicht ernst nehmen!
Aber es ist nicht modern, alt zu sein.
Und schon gar nicht so auszusehen.
Peinlich anzusehen wie manche nach ihm haschen.
Dem letzten Zipfel der Jugend.
Mit Gewalt auf jung getrimmt…
Beim Schönheitschirurgen.
Mit einem jugendlichen Gefährten.
Oder einer blutjungen Frau.

Aber ich bin echt.
Von mir träumt man nicht.
Nicht notwendigerweise.
Man erinnert sich nicht an mein aufregendes Dekolletee.
Oder an meine verführerisch langen Beine.
Damit kann ich nicht dienen!
Wer das braucht, bediene sich im Puppenhandel.
Aber vielleicht erinnert sich jemand an anderes.
An das was ich sage.
An das was ich schreibe.
Oder an das was ich schaffe.
Und ihn reizt ein Blick hinter die Fassade.
Abseits von reiner Körperlichkeit und Sex Appeal.
Ein Blick in die Seele eines echten Menschen.
Der noch denkt.
Und nicht nur Schablone ist.
Ein Blick in mich.
Bereit, geliebt zu werden
Für das was ich bin…

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