Wenn du wieder lachen kannst… – Gedankensplitter

Deine Augen.
Rot und verweint.
Ich kann dich kaum ansehen.
Ohne dass mir selber die Tränen in die Augen steigen.
Aber ich rede.
Pausenlos.
Ich sehe dich an.
Möchte munter wirken.
Und habe ein fröhliches Lächeln aufgesetzt.
Und meine Worte prasseln auf dich ein.
Fast wie ein Platzregen.
Du entkommst nicht.
Du hörst mir zu.
Banalitäten.
Ich erzähle, was mir einfällt.
Nicht zu stoppen.
Und möchte doch nur eines.
Dass du aufhörst zu weinen…

Ich weiß nicht warum ich das tue.
Aber ich weiß genau.
Irgendwann bin ich selber in deiner Situation.
Dann wird es mir so gehen.
Am Sterbebett stehen.
Warten.
Darauf dass es passiert.
Das Unaussprechliche.
Oder doch ein Wunder.
Wie kann ich dir Mut  machen?
Was soll ich dir nur sagen?
Dass alles seinen Sinn hat?
Dass irgendwann wunderbares Glück erwachsen wird?
Aus dem furchtbaren Leid?
Das habe ich.
Längst.
Aber ich habe selber geweint dabei.
Mit dir im Duett.
Klingt es dann glaubwürdig?
Nicht besonders.
Auch wenn ich weiß.
Ich habe Recht.
Aber wie das jemanden begreiflich machen?
In dieser Situation?
Würde ich es glauben?
In deiner Situation?
Werde ich es glauben?
In deiner Situation?

Ich setze mich zu dir.
Nehme deine Hand.
Und ich sage nichts mehr.
Wir lehnen uns aneinander.
Schweigend.
Der Schmerz eint uns.
Aber er trennt uns auch.
Ich komme dir nicht so nahe.
So nahe wie sonst…
Ich drücke dich  an mich.
Schließe die Augen.
Und träume von einer anderen Zeit.
Irgendwann.
Wenn du wieder lachen kannst…

Für Bine!

Vivienne/Gedankensplitter

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