Ich bin hungrig.
Hungrig auf das Leben.
Hungriger denn je.
Je älter ich werde.
Je geringer die Zeit, die mir bleibt…
Ich bin neugierig.
Auf alles Mögliche.
Möchte mir Welten erschließen.
Die mir bisher verborgen blieben.
Mit Vehemenz.
Ich bin wacher denn je.
Und jung im Geist.
Jünger als ich es vor zwanzig Jahren war.
Mein Leben ist noch nicht vorbei.
Auch wenn die Gesellschaft etwas anderes predigt.
Mir.
Und anderen Frauen über Vierzig.
Im Jugendwahn.
Geblendet durch den Talmiglanz einer Jugend.
Die jeden verlässt.
Je mehr er sich an sie klammert.
Desto schneller…
Wahre Jugend lebt im Kopf.
Und zeigt sich nicht im Äußeren.
Wer wahrlich jung ist.
Verliert Jugend nie.
Denn im Geist lebt sie ewig…
Ich erwarte mir noch viel von meinem Leben.
Gerade auch darum.
Gerade deswegen.
Denn ich gehe mit offenen Augen durch’s Leben.
Eine ewig Lernende.
Die genau weiß, dass man nie fertig ist.
Als Mensch.
Nie fertig.
Und nie perfekt.
Ich will aber auch nichts zwingen.
Nie mehr.
Nicht die Geschicke.
Nicht die Liebe.
Nichts lässt sich zwingen.
Das Bestand haben soll.
Ich nehme was kommt.
Bediene mich daran.
Aber ich verfolge es nicht.
Es ist da oder nicht.
Bereit sein ist alles…
Nein.
Ich zwinge nichts.
Und Liebe?
Entweder sie erfasst mich oder nicht.
Sie macht sich breit in mir oder nicht.
Aber …
Ich mache mich für keinen Mann mehr zum Narren.
Nein.
Nicht um die kleinste Hoffnung auf Liebe.
Wer mich liebt.
Sollte nicht fordern.
Wer mich begehrt.
Sollte keine Bedingung daran knüpfen.
Wer mich möchte.
Sollte nicht den Vorteil durch mich suchen.
Nicht durch meine Arbeit.
Nicht durch meine Kreativität.
Keiner sollte mich mehr narren.
Mit Zuckerbrot und Peitsche.
Im zweifelhaften Namen einer Liebe.
Die der Wahrhaftigkeit nie standhält.
Keiner.
Denn ich will nicht mehr.
Nein.
Ich will nicht mehr.
Keine Liebe mehr um jeden Preis!
Vivienne/Gedankensplitter