Ja.
Ich weiß.
Ich war nicht da.
Als du mich gebraucht hattest.
Als ich dich in die Arme nehmen hätte sollen.
Weil du traurig warst.
Und verzweifelt.
Und voller Sorge.
Ich weiß es genau.
Aber ich habe weggesehen.
Ich fühlte mich hilflos.
Selber.
Ich wusste nicht.
Was ich sagen sollte.
Und deshalb tat ich so.
Als merkte ich nichts.
Deshalb ging ich weg.
Wie jeden Abend.
Ich war nicht fähig dir zu helfen.
Und ich ließ dich allein…
Ja.
Ich weiß.
Für dich war das furchtbar.
Noch ärger als der Schlag.
Der uns beide getroffen hatte.
Dich an meiner Schulter ausweinen.
Meine Nähe zu spüren.
Und ein paar Worte nur von mir.
Das hätte dir so viel bedeutet.
In diesen schlimmen Momenten.
Aber ich konnte dir nichts geben.
Gar nichts.
Ich ließ dich allein.
In deinem Schmerz.
Ich ließ dich im Stich.
Wie jemanden der ertrinkt.
Ich war nicht fähig dir zu helfen.
Und ich ließ dich allein…
Ja.
Ich weiß.
Das war unverzeihlich.
Und doch weiß ich auch.
Ich hätte nichts tun können.
Nichts.
Dass dich aufgehalten hätte.
Der Anruf traf mich unerwartet.
Und irgendwie doch nicht.
Sie hatten dich gefunden.
Du warst gesprungen.
Weil du alles nicht mehr ertragen hattest.
Weil ich dir keinen Halt geben konnte.
Weil ich versagt hatte.
Ich war nicht fähig dir zu helfen.
Ich ließ dich allein…
Vivienne/Gedankensplitter