Eine machtvolle Wolkenbank.
Grelle Blitze zucken durch das geballte Grau.
Ein Graupelsturm.
Ich kann meinen Blick nicht lösen.
Immer wieder hellt ein Blitz auf.
Donnergrollen.
Dann wird es dunkel.
Schwarz.
Schwarz wie in meiner Seele.
Mir ist kalt.
Aber ich bleibe stehen.
Starre durch die Nacht.
Es regnet leicht.
Und die Straße glänzt.
Wenn ein Scheinwerfer das Dunkel aufhellt…
Ich fühle mich elend.
Irgendwie verloren.
Ich ziehe mich zusammen.
In der Kälte.
Balle die Fäuste.
Und friere weiter.
Weil ich nicht vom Fenster weggehen kann…
Scherben in meinem Innersten.
Alles zerbrochen.
Was mir gut und schön schien.
Zerbrochen.
Was ich behalten wollte.
Zerbrochen.
Was mir Kraft gab.
Und Freude.
Wann kommt Ruhe in mein Innerstes?
Wann?
Wann kann ich einmal durchatmen?
Nur ein paar Momente lang?
Ich fühle mich wie erstarrt.
Und suche die Schuld bei mir.
Wie immer…
Dass er von mir ging.
Dass er eine andere lieber hat.
Ich weiß sogar wie sie heißt.
Ich habe wieder alles falsch gemacht.
Zu wenig Verständnis.
Ein Mann braucht Freiheit.
Zu viel Widerspruch.
Mit einem Mann kann man nicht streiten.
Mehr noch.
Man darf nicht.
Und jetzt ist er weg…
Es regnet wieder stärker.
Gänsehaut zeichnet sich auf meinem Arm ab.
Ich fühle mich wie ein Stein.
Kalt und schwer.
Und ich kann noch immer nicht weggehen.
Ich stehe am Fenster.
Den Vorhang habe ich beiseite geschoben.
Ich sauge das Dunkel ein.
Dass sich in mir ballt.
Ich fürchte mich.
Ich weiß nicht wovor.
Es ist fast als ob ich sterbe.
Von innen heraus.
Als ob ich von innen heraus erfriere.
Und ich kann nichts dagegen tun.
Gar nichts.
Mein Nacken schmerzt.
Und meine Hände sind ganz rot.
Draußen erlöschen die wenigen Lichter.
Es ist spät geworden.
Doch was zählt das noch?
Vivienne/Gedankensplitter