Zu wenig und zu viel – Gedankensplitter

Das Leben wiederholt sich.
Bisweilen.
Und manchmal geht es doch ganz eigene Wege.
Neue Pfade.
Und ist dann so ganz anders.
Als es einem einmal schwer war.
Und doch kein bisschen leichter…

1997.
Eine Schlechtwetterphase meines Lebens.
Sie hatte gerade erst begonnen.
Sie ließ mich von Krise zu Krise schlittern.
Fast symbolisch ein Vorfall.
Ich war in Linz unterwegs.
Mit neuen Schuhen.
Ich hatte sie mir gegönnt.
Und rutschte auf der Straße aus.
Stürzte.
Fiel zu Boden.
Ich sah nach oben.
Neben mir war ein Würstelstand.
Ein Mann stand dort.
Er beobachtete mich.
Interessiert.
Eine Bierflasche in der einen Hand.
Einen Hot Dog in der anderen.
Er sah mich an.
Er machte keine Anstalten mir zu helfen.
Aber es schien ihn zu amüsieren.
Wie ich da lag.
Ich stand auf.
Alleine.
Warf dem Mann einen verächtlichen Blick zu.
Aber ich hatte es geschafft.
Ohne ihn.
Ich stand wieder auf eigenen Beinen.
So wie ich auch die Krisen meisterte.
Die da noch kommen sollten.
In den folgenden Jahren.
Allein…

11 Jahre später.
Wieder stürmt es in meinem Leben.
Und ich weiß nicht für wie lange.
Und wann ich einmal Luft schnappen kann…
Diesmal ist es anders.
Ganz anders.
Ich stehe nicht alleine da.
Ganz im Gegenteil.
Man ist wohl wohlwollend.
Man hilft.
Man versteht…
Und doch.
Manchmal ist es zu viel.
Viel zu viel.
Als sollte ich gefüttert werden.
Obwohl ich nicht am verhungern bin.
Als sollte ich unbedingt lachen.
Obwohl mir nicht nach lachen ist.
Nicht immer.
Als sollte ich glücklich gemacht werden.
Obwohl ich so nicht glücklich sein kann…
Und schon gar nicht mit dem!
Es ist zu viel.
Viel zu viel.
Und bisweilen kann ich nicht mehr.
Weil es mich erdrückt.
Und weil weniger manchmal mehr ist.
Hilfe.
Ich brauche sie nicht immer.
Manchmal genügt ein unsichtbares Netz.
Von dem ich weiß, dass es mich auffängt.
Falls ich stürzen sollte.
Aber wer weiß ob ich stürze…
Wer weiß…!

Krisen.
Sie kommen und gehen.
Es ist gut, wenn Menschen da sind.
Helfende Hände.
Die helfen sich selber zu helfen.
Aus dem Sumpf zu ziehen.
Aber nicht mehr…

Vivienne/Gedankensplitter

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