Zwei Bäume – Gedankensplitter

Sonntagmorgen.
Ich spaziere durch den Park.
Genieße die angenehme Wärme.
Den leichten Wind.
Und den Schatten.
Den die hohen Bäume werfen…
Ich liebe Bäume.
Ihre knorrigen Stämme.
Ich liebe es sie zu berühren.
Die Borke.
Voller Furchen und Risse.
Einen Baum kennen lernen.
Seine Rinde befühlen.
Seine Seele spüren.
Wie bei einem Menschen.
Wenn er dich nahe genug heran lässt.
Wenn…
Dann spürst du sein wahres Wesen.
Weil er dich in sein Innerstes führt…

Ich gehe weiter.
Streiche sanft über manche Rinde.
Betrachte die riesigen Bäume.
Die viel älter sind als ich.
So viel älter…
Da vorne stehen zwei Bäume.
Ganz hoch.
Ich trete näher.
Und da sehe ich.
Einer der Bäume wächst krumm.
Hässliche Wucherungen am Stamm.
Der Baum ist krank.
Und doch…
Erst jetzt kann ich es erkennen.
Der Baum daneben steht gerade.
Er ragt in den Himmel.
Geradezu.
Der kranke Baum…
Er hat sich zu diesem Gefährten geneigt.
Schließlich berühren sich die Stämme.
Es scheint sogar.
Ein Baum würde den anderen umarmen.
Und beide halten sich fest.
Aneinander.
Der hohe Baum.
Er gibt dem kranken Halt.
Und beide gewinnen Kraft daraus.
Kraft zu leben und zu lieben…
Geben und nehmen.
Gleichermaßen…

Staunend betrachte ich das Baumpaar.
Und fasziniert…
Diese zwei Bäume.
Ein Sinnbild der Liebe.
Von Romantik und Gefühl…
Ich muss lächeln.
Du, mein Freund…
Ich wäre dir gerne dieser Baum.
Der dich festhält.
Wenn du es möchtest.
Der dich umarmt.
Wenn du Nähe suchst.
An den du dich lehnen magst.
Wenn du fallen könntest.
Der für dich da ist.
Wann immer du mich brauchst…
Ich bin dir das.
Und noch viel mehr.
Weil ich dich liebe…

Vivienne/Gedankensplitter

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