Ich weine heimlich.
Bisweilen.
Nicht oft.
Aber eines weiß ich genau.
Niemand darf es wissen.
Niemand!
Ich vergrabe mich.
Und irgendwie fühle ich mich verloren.
Völlig.
Was soll mich halten?
Oder vor allem:
Wer?
Wer reicht mir die Hand?
Und gibt mir Halt?
Fast möchte ich sterben.
Aber ich zeige es nicht.
Nein.
Wer würde mich verstehen?
Reiß dich zusammen!
Stell dich nicht so an!
Lass dich nicht so gehen…
Ich habe es gelernt.
Ich verstelle mich gut.
Ich wahre den Anschein.
Ich weiß, wie ich lachen muss.
Ich weiß, wie ich reden muss.
Ich weiß, wie ich mich geben muss.
Damit ich nicht auffalle.
Und in mich.
Da sieht keiner hinein.
Niemand.
Lautes Lachen.
Hinter dem meine Tränen fließen.
Fröhliche Worte.
Und in mir toben die Angst.
Und der Trübsinn.
Ich bin allein.
Selbst mitten unter Leuten.
Ich bin allein.
Denn ich bin allen gleichgültig.
Was kommt morgen?
Es ist mir so egal.
An manchen Tagen.
Ich spüre nur Kälte.
Und alles hinter mir zu lassen…
Ist manchmal viel mehr.
Viel mehr als nur ein schlimmer Gedanke…
Es vergeht wieder.
Sag ich mir.
Es sieht morgen anders aus.
Versuch ich mir einzureden.
Aber ich glaube es nicht mehr.
Und wieder sitze ich da.
Allein in meiner Wohnung.
Und blicke ins Leere…
Niemand ist für mich da.
Niemand mag mich.
Um meiner selbst Willen.
Keiner kennt mich.
So wie ich wirklich bin.
Und wer liebt mich schon wirklich?
Wozu das alles?
Der Gedanke überfällt mich.
Wozu?
Wenn ich wegrennen möchte.
Manchmal.
Einfach ins Nichts…
Vivienne/Gedankensplitter