Bittere Gedanken – Gedankensplitter

Mir ist kalt.
Und trotzdem bleibe ich stehen.
Starre nach oben.
Der Sonne nach.
Die langsam hinter dem Wäldchen verschwindet.
Die Sonne geht…
Ich kann sie nicht halten.
Ich kann nichts tun.
Und die Welt wird langsam in Dunkel getaucht.
Dünne Wolkenstreifen ziehen durch.
Und dann ist Nacht.
Nacht.
Hier bin ich.
Und was ist aus meinem Leben geworden?

Sinnlos nachzudenken.
So vieles lief nicht wie ich es wollte.
Manches habe ich erst viel zu spät begriffen.
Und so vieles muss ich noch lernen.
Hatte mein Leben überhaupt Sinn?
Antriebslos ging ich einiges an.
Ich war so unreif.
Als ich jung war.
Lebensuntüchtig.
Vermochte ich meinem Leben kaum Konturen zu geben.
Oder eine Richtung.
Ich begriff einiges nicht.
Zusammenhänge.
Die mir im Leid erwuchsen.
Im Kummer erschlossen.
Ich konnte damals nicht anders.
Wie immer ich auch die Dinge betrachte.
Ich konnte nicht, wie ich sollte.
Weil ich so unreif war.
Fast wie ein Kind.
Klug.
Aber nie erfahren.
Alles andere als das!

Der Hunger nach Leben kam erst später.
Das Feuer erfasste mich unversehens.
Ließ mich nicht mehr los.
Und doch fand ich nie Erfüllung.
Nicht die Erfüllung, die ich suchte.
Werde ich sie je finden?
Ich weiß nicht.
Es ist so dunkel geworden.
Ich kann nichts erkennen.
Selbst wenn ich direkt davor stehen würde.
Wer weiß schon, welches Glück mich morgen vielleicht erfasst?
Und ich ahne nichts davon.
Gar nichts.
Ich stehe nur weiter im Dunkel.
Friere.
Und trotzdem vermag ich mich nicht zu bewegen.
Nicht einen Schritt.
Unerwartet blenden mich die Scheinwerfer eines Autos.
Ich springe beiseite.
Bleibe im kniehohen Gras stehen.
Plötzlich ist mir warm geworden.
Mein Herz schlägt schnell.
Ich spüre es intensiv.
Das Feuer in mir brennt noch.
So lange ich lebe ist Hoffnung…

Vivienne/Gedankensplitter

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