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28.10.2005, © Vivienne

Vergebung und Neuanfang 

Hass darf unser Leben nicht regieren.
Schlimme Erfahrungen muss man abschließen.
Auch wenn man nicht immer vergeben kann.
Oder nicht gleich.
Man soll sich diesbezüglich nicht unter Druck setzen.
Und auch nicht setzen lassen.
Vergeben ist wie ein Gärungsprozess.
Beim Wein etwa.
Er dauert.
Und ist nicht immer gleich lang.
Helfen kann Distanz.
Distanz zu denen, die einem das Unrecht zugefügt haben.
Rache?
Macht nichts wieder gut.
Gar nichts.
Schafft nur neues Unrecht.
Aber alles hinnehmen?
Die andere Backe hinhalten?
Nein!

Manchmal muss man einen Schlussstrich ziehen.
Das heißt für mich:
Die ausgrenzen, die einem so übel mitgespielt haben.
Für einige Zeit.
Manche auch für immer.
Je nach Schwere des Falles.
Was tun, wenn aber jemand wieder ins Leben drängt?
Jemand, mit dem man eigentlich nichts mehr zu tun haben wollte?
Eine schwierige Entscheidung.
Und sehr subjektiv.
Wohl auch eine Gradwanderung.
Und nie eindeutig zu entscheiden.
Weil man nicht hinter die Fassade blicken kann.
Manche Mitmenschen ändern sich nicht.
Was einmal funktionierte, kann wieder klappen.
Und versuchen ihr übles Spielchen von neuem.
Denen wieder die Türe zu öffnen ist nicht sinnvoll.
Man schlägt sich nur wieder die Nase an.
Und das ist nicht zielführend.

Manche probieren es auf eine andere Art.
Meinen, sie müssten nur Gras über die Sache wachsen lassen.
Und dann tun, als ob nichts gewesen wäre.
Die holen sich bei mir eine blaue Nase.
Wenn sie sich wieder einstellen.
So wie ich vor einiger Zeit eine ehemalige Freundin wissen ließ:
Eine vermeintliche.
Wir haben nichts mehr zum Reden!
Schuld wird nicht weniger, wenn man sie totschweigt.
Ein Manko meines Lebens:
Ich ziehe schräge Vögel an.
Eine besondere Konstellation in meinem Horoskop.
Leute, die mich beeinflussen und manipulieren wollen.
Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.
Daran kann ich nichts ändern.
Aber an meinem Verhalten ihnen gegenüber.
Ich versuche diese Leute zu durchschauen.
Und bleibe hart.
Müßig da auf „Besserung“ zu warten.
Solche Menschen lernen nicht dazu.
Aber ich!

Kürzlich haben sich zwei Leute wieder bei mir gemeldet.
Ich ging mit ihnen nicht ganz im Frieden auseinander.
Wessen Schuld?
Schwer zu sagen.
Standpunkte prallten aufeinander.
Emotionen.
Mit beiden habe ich mich neulich ausgeredet.
Vergangenes ausgeräumt.
Und das hat gut getan.
Das nimmt einem auch eine Last von den Schultern.
Man wird sehen, wie es weitergeht.
Ich sperre mich nicht.
Nicht grundsätzlich.
Aber ich bin vorsichtig.
Bereit mich zurückzuziehen.
Beim geringsten Anzeichen.
Gebranntes Kind scheut das Feuer.
Ich kann nicht so tun, als ob nie etwas gewesen wäre.
Das liegt mir einfach nicht.
Aber jeder soll eine neue Chance haben.
Der sie verdient.
Der sie zu verdienen scheint.
Und sich nicht im Häuschen der Unnahbarkeit versteckt.
Dreck nicht unter den Tisch kehrt.
Ich weiß nicht, wovon du sprichst…

Chance, wem Chance gebührt!

Vivienne

 

 

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