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17.04.2005, © Vivienne
Du fehlst mir
Ich steh am Fenster.
Starre den Wolken nach.
Graue Häufchen.
Wie mit einem Pinsel hingetupft.
Dazwischen ein wenig blau.
Und weiß.
Der Wind weht leicht.
Es ist kühl draußen.
Warum haben wir gestritten?
Ganz plötzlich schießt mir das durch den Kopf.
Warum?
Und so heftig?
Und ohne wirklichen Grund?
Weil wir einmal nicht einer Meinung waren?
War es nur das?
Oder auch etwas ganz anderes
?
Es hat mich getroffen.
Ich erinnere mich genau.
Umgedreht hast du dich.
Und weggelaufen bist du.
Deine Stimme hat vor Wut gezittert
Ich stand da.
Sah dir zu.
Mit verschränkten Armen.
Dumme Gans!
Das dachte ich mir.
Die wird schon wieder kommen!
War ich mir sicher.
Aber du bist nicht gekommen
Du hast auch nicht angerufen.
Dabei wollten wir uns heute Abend sehen.
Uns ein wenig um die Häuser schlagen.
Gemeinsam
Stattdessen steh ich da.
Am Fenster.
Starre den Wolken nach.
Warte, dass es dunkel wird
Wir sind uns doch so nah gekommen.
Die letzen Wochen.
Dein Parfum machte mich oft ganz schwindlig.
Und der Schwung deiner Lippen
Ich war oft ganz konfus in deiner Nähe.
Und dachte mir.
Dasselbe fühlst auch du!
Ich merkte es doch.
Wenn du verlegen wurdest.
Wenn ich dich lange ansah.
Wenn wir uns berührten
So zufällig
Dieses Prickeln war wundervoll.
Ich habe geträumt.
Am helllichten Tag.
Ich wollte plötzlich wissen.
Wie dein Mund schmeckt.
Und wie sich deine Haut anfühlt
War es vielleicht das?
Haben wir beide noch Angst?
Angst vor unseren Gefühlen füreinander?
Vor dieser Intimität?
Die über das Körperliche weit hinausgeht?
Haben wir deshalb so heftig gestritten?
Viel heftiger als nötig?
Wir sind doch zwei Idioten.
Und ich erst.
Ich will dich sehen!
Ich will dich in den Armen halten!
Ich will
!
Aber ich ruf dich nicht an.
Ich stehe am Fenster.
Die Wolken sind jetzt grau am Himmel verwischt.
Eine Fläche.
Der Wind ist stärker geworden.
Es wird wohl regnen.
Wie in mir.
Schon die ganze Zeit.
Ich brauche dich!
Bitte!
Komme zu mir!
Du fehlst mir
!
So sehr
Vivienne/Gedankensplitter
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