Das Gerücht – Gedankensplitter

Ein Gerücht entsteht im Stillen,
hat Dynamik und fast eig’nen Willen,
setzt sich immer schneller fort.
Und lebt doch durch ganz falsche Wort’…

Wie die Klette klebt das Gerücht!
Und weil sie so anhänglich ist,
bringt man sie auch fast nicht mehr an!
Weil man oft nicht beweisen kann,

dass manche Märe gar nicht stimmt,
die anderen an die Ohren dringt,
und die so logisch, wirklich scheint…
ein wenig Wahrheit oft drin keimt.

Und doch setzt sie dem Menschen zu,
der betroffen davon, keine Ruh’
mehr findet und sich grübeln fragt:
Was hab’ ich da nur falsch gemacht?

Was kann man tun, sich zu befreien?
Manchmal möcht’ man fast auch weinen,
weil man darunter sehr wohl leidet…
Und mancher Frust dafür vergeudet.

Gerüchte machen schnell die Runde.
Bevor man selber hört die Kunde
und sich mit schwarzem Peter sieht,
die Märe sich schon lang entzieht…

Die Folgen bringen manche Träne,
und auch von and’ren böse Häme.
Man leidet und hat nichts getan –
Was kann da tun, der kluge Mann?

Das Gegenteil beredt erklären,
kann man wohl einem nicht verwehren.
Allein der Glaube fehlt hier oft.
Schon mancher hat umsonst gehofft,

die Wahrheit würde angenommen!
Doch was die anderen vernommen,
genügt oft nicht, denn das Gerücht
wird mehr geglaubt, ganz sicherlich.

Es hat da irgendwie Gewicht,
und wer zu retten noch erpicht
den eigenen Ruf, die eig’ne Sphäre
kämpft hart gegen die Schimäre…

Lächerlich gemacht und bloß gestellt,
der eig’ne Ruf auch bös entstellt –
dagegen kann man oft nichts machen.
Während andere gar haltlos lachen…

Es sei gesagt, glaubt vieles nicht,
das scheinbar wahrlich dringt ans Licht!
Gerüchte können wahrlich leuchten –
auch wenn nur Lüge sie bedeuten…

Oft, wenn sich jemand nur geirrt,
vor Richtigstellung er sich ziert.
Wer räumt schon einen Fehler ein?
Und der Betroff’ne bleibt allein…

mit all dem Kummer und dem Frust.
Die Peinlichkeit wird auch bewusst.
Ein jeder denke lieber nach,
bevor er Ungeprüftes sprach…

Vivienne/Gedankensplitter

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