Ein Abend im Mai – Gedankensplitter

Lange Schatten fallen schon.
Und frischer Wind lässt mich frösteln.
Ein wenig.
Und doch…
Ein besonderes Flair liegt in der Luft.
Schwung.
Frühling und Sommer zugleich.
Verschmelzen zu einer eigenen Jahreszeit.
Der Charme des Frühlings.
Das Feuer des Sommers.
Gemeinsam gebären sie den Mai.
Einen Abend wie diesen.
So ganz besonders und apart.
Verliebt ins Leben.
Und die Depression…
Sie hat mich endlich verlassen!

Stunden könnte ich so spazieren.
Trotz der Autos.
Das bezaubernde Grün der Bäume lässt sie vergessen.
Schmale Wiesenstreifen.
Frühsommerblumen.
Hahnenfuß.
Wiesenschaumkraut.
Ich fühle mich so geborgen.
Geborgen im Leben.
Ich fühle mich so sicher.
Sicher in mir selbst.
Ich fühle mich angenommen.
Angenommen von mir selber.
Und ist das nicht schon was?
Das ist mehr als ich hoffen konnte.
Hoffen.
Einmal wollte ich alles hinwerfen.
Alles, das so viel war.
Jetzt weiß ich es endlich.
Jetzt…!

Es ist kalt geworden.
Aber ich kehre nicht um.
Fixiert auf die Sonne.
Auf den blassblauen Himmel.
Getragen von einer leisen Hoffnung…
Ich weiß schon.
Man soll sich nie etwas erwarten.
Niemals.
Was so offensichtlich scheint.
Bedeutet so manchem gar nichts.
Vielleicht.
Oder etwas ganz anderes…
Ja, ich weiß es.
Ich habe es schon blutig verspürt.
Blutig…
Weil ich hoffte…
Aber ich trage die Hoffnung wieder.
Wie mein verspieltes Lächeln.
Ich trage die Hoffnung wieder.
Ich wage es.
Und sie macht mich schwereloser.
Und jünger.
Jung wie diesen Mai.
Der mich verzaubert.
Verzaubert wie lange nicht…

Vivienne/Gedankensplitter

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