Enthaltsamkeit – Gedankensplitter

Seltsam.
Keine Tafel Schokolade kann mich noch locken.
Keine Praline…
Ein Stück Torte?
Nein, danke.
Und auch kein Kuchen.
Wirklich nicht.
Ich bin enthaltsam.
Und es fällt mir leicht.
Keine Fressgier.
Um irgendeinen Frust zu besänftigen.
Ich esse.
Aber kleine Portionen.
Und die großen Dickmacher?
Die lasse ich aus…!

Wenn ich mich zurückerinnere!
Dutzende Diätversuche in den letzten Jahren.
Immer wieder.
Immer neue Anläufe.
Sie scheiterten.
An meiner Vorliebe für Süßes.
Und an meinem Selbsthass.
Uneingestanden.
Ich rang um die Liebe eines Mannes.
Der mich nie wollte.
Ich fühlte mich schuldig.
Weil ich versagte.
Im Kampf um seine Zuneigung.
Weil er unverbindlich blieb.
So strafte ich mich mit Fett…
Heute schüttle ich den Kopf darüber.
Und über den Mann.
Den zu haben ich mir in den Kopf gesetzt hatte…

Plötzlich fiel es mir leicht.
Nein zu sagen.
Zu Süßem und zu Kalorienbomben.
Und ich bremse mich selbst.
Nur nicht zu viel!
Vor allem nicht abends!
Dazu viel Tee.
Und  viel Obst.
Weintrauben und Orangen.
Bananen und Äpfel.
Und plötzlich merke ich auch.
Wie gut das Essen schmeckt.
Wirklich gut nämlich.
Wenn ich weniger davon esse.
Ich weiß es zu schätzen.
Weit mehr.
Und ich genieße…
Ich genieße jeden Bissen.
Weil ich weniger esse.
Und dafür bewusst.
Und doch bin ich enthaltsam.
Enthaltsamer denn je…

Vivienne/Gedankensplitter

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