Ich fürchte mich – Gedankensplitter

Ich fürchte mich.
Mein ganzes Leben.
Immer wieder.
Und nur selten ist die Furcht mir fern.
Ich fürchte mich.
Vor allem und jedem.
Ich fürchte mich.
Vor dem Gesicht der Wahrheit.
Der Wahrheit nicht zu entsprechen.
Nicht zu sein.
Wie ich sein sollte.
Sein müsste…
Ich fürchte mich.
Nicht geliebt zu werden.
Nicht angenommen zu werden.
Allein zu bleiben.
Allein zu leben.
Einsam zugrunde gehen…

Ich fürchte mich.
Nicht toll zu sein.
Nicht die Beste zu sein.
Nicht erfolgreich zu sein.
Mich aufzureiben.
Im Kampf um die Krone.
Im Konkurrenzkampf.
Oft kann ich nicht schlafen.
Oft zittere ich.
Weil ich mich so fürchte nicht gut genug zu sein…
Ich fürchte den Morgen.
Nach einem schönen Tag.
Weil mein Glück nie lange anhält…
Ich fürchte den Morgen.
Nach einem unglücklichen Tag.
Denn das Unglück könnte weiter gehen.
Ich fürchte die Sonne.
Denn sie könnte mich blenden.
Ich fürchte die Wolken.
Denn sie machen mit Angst.
Ich fürchte den Tag.
Denn ich könnte versagen.
Ich fürchte die Nacht.
Denn sie ist so kalt…

Ich fürchte auch mich.
Weil ich so ganz anders bin.
Als ich gerne wäre.
Weil ich nicht stark bin.
Und nicht voller Energie.
Weil ich nicht widerspreche.
Sondern den Kopf einziehe.
Mit blutendem Herzen…
Ich fürchte die Liebe.
Denn sie könnte mir wehtun.
Mich in die Irre führen…
Wem trauen?
Wo ich doch fürchte:
Jeder könnte mich belügen.
Jeder könnte mich verlassen.
Jeder könnte mich ausnutzen.
Jeder.

Ich fürchte mich.
Fast immer.
Und wenn nicht, ist es so.
Als würde mir etwas fehlen.
Ich fürchte mich.
Manchmal weiß ich nicht mehr wovor.
Oder warum…

Nach einer Idee von H.T.

Vivienne/Gedankensplitter

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