Du siehst mich von der Seite an.
Abschätzend.
Dein Grinsen.
Voller Hohn.
Deine Augen sagen nur eines.
Du brauchst mich doch!
Du wirst wieder kommen.
Gekrochen.
Schon bald…!
Du sprichst es nicht aus.
Nein.
Aber ich kenne deinen Blick
Ich kann darin lesen.
Wie in der Zeitung.
Besser noch.
Ich spüre es.
Mit jeder Faser meiner Körpers.
Wer kennt dich besser als ich?
Ich lache zurück.
Lauthals.
Vergiss es!
Ich spreche es aus.
Laut und deutlich.
Vergiss es!
Fast wie das Zischen einer Schlange.
Du kommst nicht mehr zurück.
Nicht mehr zurück in mein Leben!
Ich lasse es nicht zu!
Deine Augen leuchten.
Pures Vergnügen spricht aus ihnen.
Aber ja?
Provokant.
Und sehr selbstsicher.
Ich sehe dich an.
Mir fällt wieder ein.
Wie ich mich in dich verliebte.
Wie wir uns trafen.
Vor über einem Jahr.
Was war ich dir hörig!
Was war ich blauäugig!
Was war ich … verliebt!
Heute sehe ich dich.
So, wie du wirklich bist.
Nur Fassade.
Hohl und leer.
Arroganz pur.
Eine Larve sehe ich.
Und sie zerbröckelt.
Zusehends.
Ich schüttle den Kopf.
Nie!
Du hast keine Macht mehr über mich!
Ich habe dich erkannt.
Du bist nicht gut für mich…
Geh!
Ich beginne zu schreien.
Geh!
Und glaube nicht.
Dass ich dir noch einmal traue!
Die Tür bleibt verschlossen.
Ich brauche dich nicht.
Du lachst auf.
Ganz laut.
Dann gehst du zur Tür.
Betont langsam.
Du drehst dich um.
Immer wieder.
Du willst mich ärgern.
Ich kenne dich zu gut.
Du öffnest die Tür.
Und drehst dich um zu mir.
Noch ein letztes Mal.
Du weiß ja.
Wo du mich erreichen kannst…
Ganz Selbstüberschätzung.
Die Tür fällt ins Schloss.
Du bist weg.
Endlich.
Ich atme auf.
Erleichtert.
Wie von Ketten befreit.
Ich stehe für mich…
Vivienne