Ich trau mich nicht – Gedankensplitter

Ich beobachte oft die anderen.
Sehnsüchtig.
Was sie alles erreichen!
Wie glücklich sie alle sind!
Und wie erfolgreich!
Und wie zufrieden!
Sie strahlen.
Eins  mit sich selbst.
Und mit der Welt.
Und ich stehe daneben.
Traurig.
Die Sonne scheint ihnen.
Aber nicht mir.
Niemals!
Ich warte darauf.
Dass sich die Wolken verziehen.
Aber nichts passiert.
Gar nichts…
Ich stehe im Schatten.

Manche raten mir dann.
Warte doch nicht länger!
Probiere selber etwas aus!
Riskiere etwas.
Wer nichts versucht, wird nie etwas erreichen!
Aber ich sehe sie an.
Zweifelnd.
Ich soll etwas tun?
Nein.
Ich traue mich nicht.
Nein.
Es könnte doch anstrengend werden.
Oder langwierig.
Oder einfach schwierig.
Bis ich an mein Ziel gelange.
Vielleicht gibt es Hindernisse.
Vielleicht muss ich noch einmal von vorne beginnen.
Und ich habe Angst.
Angst zu versagen.
Angst zu verlieren.
Angst zurückgewiesen zu werden.
All das tut weh.
Und macht mich noch unsicherer!
Und alle Anstrengung wäre umsonst gewesen!
Nein.
Kann ich nicht auch einmal ein wenig Glück haben?
Einfach so?
Ohne dass ich viel dazu tun muss?
Denn ich traue mich nicht.
Ich traue mich einfach nicht.
Es könnte so viel passieren.
Und überhaupt…

Vivienne/Gedankensplitter

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