Ich wollte dich küssen.
Einmal.
Wenn ich ehrlich bin.
Solange ist es noch nicht her…
Ich wollte dich.
Küssen.
Und manches andere.
Worüber ich heute schweige.
Beschämt.
Und enttäuscht.
Von mir selber…
Ich wollte dich.
Wirklich.
Angezogen von dir.
Verwirrt und verzaubert.
Das Blau deiner Augen.
Deine Nähe.
Die ich prickelnd spürte.
Ich wollte dich küssen.
Ich wollte aufgefressen werden.
Von dir.
Einmal…
Heute sehe ich dich an.
Und spüre es nicht mehr.
Was ich fühlte.
Vor gar nicht langer Zeit.
Ich höre dir zu.
Ich nicke ab und an.
Dann wende ich mich ab.
Mein Blick schweift durch den Raum.
Und kehrt zu dir zurück.
Ich blicke durch dich hindurch.
Jetzt kenne ich dich.
Jetzt.
Ich weiß, wer du bist.
Ich weiß, was du bist.
Du bist noch derselbe.
Keine Frage.
Aber ich bin es nicht.
Ich möchte dich nicht küssen.
Nicht mehr.
Ich schämte mich dafür.
Dass ich es wollte.
Das.
Und all die anderen Dinge…
Du schienst mir begehrlich.
Und warst es doch nie…
Ach ja.
Ich zucke die Achseln.
Ist ja gut.
Macht nichts.
Gar nichts.
Ich danke dir sogar.
Für den Blick in dein Innerstes.
Den du mich werfen ließest.
Ungewollt.
Und unerwartet.
Aber trotzdem.
Ich sah deine Seele.
Ich sah, wer du wirklich bist…
Ungeschminkt.
In aller Klarheit.
Glück gehabt!
Ich sage es mir.
Und zucke die Achseln.
Ich bin froh.
Ich möchte dich nicht mehr küssen.
Nein.
Niemals.
Ich habe dich durchschaut…
8. Mai 2007
Vivienne/Gedankensplitter