Kalt – Gedankensplitter

Es fröstelt mich.
Wenn ich dich sehe.
Und ich ducke mich schon.
Fast wie im vorauseilenden Gehorsam.
Wenn du näher kommst.
Und ich auf deine Schelte warte.
Schelte.
Nicht Kritik.
Schläge mit Worten.
Und du verstehst dich darauf.
Vortrefflich.
Wie kein anderer.
Ich friere immer.
Wenn du da bist.
Wenn du spöttisch lachst.
Wenn du den Kopf schüttelst.
Über mich.
Und weil ich nicht entspreche.
Kein  bisschen.
Dein Fußabstreifer…

Kalt ist es.
Wo du bist.
Kalt und unpersönlich.
Ich möchte dich gar nicht einlassen.
Oft nicht.
Nicht in meine Wohnung.
Nicht in meinen Körper.
Nicht in mein Innerstes.
Aber ich widerspreche nicht.
Ich wage es nicht.
Ich lasse mich nehmen.
Während du mich umhüllst.
Mit deiner Kälte.
Und selbst da noch spottest.
Über mich.
Und darüber.
Dass du schon viele andere Frauen hattest.
Und alle waren sie besser.
Besser als ich.

Ich ziehe mich zusammen.
Innerlich.
Wann immer du mich schlägst.
Mit deiner verletzenden Kälte.
Und irgendwie kommt mir vor.
Dass ich auch schon kalt bin.
Dass ich erfriere.
Von innen nach außen.
An deiner Kälte…

Vivienne/Gedankensplitter

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