Was weißt du schon,
was ich oft empfinde,
oft denke,
wenn ich leichthin rede
nach außen hin,
wenn ich belanglos plaudere,
und dennoch
nur die Fassade aufrechterhalte,
mühsam,
und mit Anstrengung,
wenn ich weinen möchte,
und mich doch brennend frage
in Wirklichkeit,
wie ich mein Leben
noch ertragen soll?
Was ahnst du schon,
was ich träume,
in angstvollen Nächten,
wenn die Zukunft
nur düster scheint,
glücklos,
und voller Fallstricke
und Unsicherheiten,
und grausig kalt,
einsam wie eine Polarnacht,
die ewig dauert?
Wenn ich aus dem Fenster sehe,
in die Nacht starre,
und mich verlorener fühle
als ein Stein,
der auf den Grund des Meeres
gefallen ist?
Was begreifst du schon,
wie ich oft ringe
um ein Leben in Freude,
um glückliche Momente,
und um die Hoffnung,
dass mein Leben
nicht umsonst ist,
zumindest nicht ganz?
Was wird von mir bleiben,
wenn ich keine Liebe
mehr fühlen kann,
wenn ich sie nicht spüre
und auch nicht sehe,
wenn die Fassade
zu brechen droht,
weil ich
nicht mehr kann,
nicht mehr will,
nicht mehr mag?
Niemand
sieht in mich hinein.
Niemand
kennt meine Abgründe.
Was
wisst ihr schon von mir?
Nach einem Tagebucheintrag aus dem April 1997
Vivienne/Gedankensplitter