Ich wünschte manchmal.
Mein Leben läge klar vor mir.
Eindeutig.
Unmissverständlich.
Und ich wüsste was zu tun wäre.
In dieser Situation.
Und in jener.
Stattdessen plage ich mich mit Zweifeln herum.
Ich weiß so wenig.
Mir fehlt so oft der Durchblick.
Ich suche Klarheit.
Und finde doch oft nur noch mehr Zweifel.
Plage mich mit Schuldgefühlen.
Dieses oder jenes versäumt zu haben.
Und jetzt…
Umgeben von so vielen Ratgebern.
Die alles so genau wissen…
Und mich nerven.
Ich möchte oft davon laufen.
Wirklich.
Alle Brücken hinter mir abbrechen.
Und neu anfangen.
Ohne all die Besserwisser…
Lieber Gott, hörst du mich?
Dass es dich gibt.
Daran hatte ich schon meine Zweifel.
Bisweilen.
Ich habe sie hinter mir gelassen.
Ich weiß dass du da bist.
Und du hast mich beschützt.
In so mancher brenzligen Situation.
Bemerkt habe ich es oft erst später…
Ich glaube an dich.
Und mir ist egal ob du Mann oder Frau bist.
Für mich stehst du über solchen Banalitäten.
Wichtig ist, dass du da bist.
Ich bin keine Fromme.
Oft melde ich mich nur mit Stoßgebeten.
Wenn ich was ausgefressen habe.
Oder wenn ich Angst habe.
Um meine Lieben…
Aber du bist da.
Nicht mahnend mit dem Zeigefinger.
Oder mit Rauschebart.
Kein Gott der Strafe sondern der Liebe…
Ich werde es nie vergessen.
Als ich vor über fünf Jahren aus schlimmer Situation entkam.
Das machte meinen Glauben stark.
Unerschütterlich schon fast.
Und so wende ich mich wieder an dich.
Was soll ich tun?
Du hast den Überblick.
Mir fehlt er.
Mir gefällt manches nicht.
Was passiert ist.
Und noch passiert.
Und oft frage ich mich.
Wem kann ich noch trauen?
Wem?
Du kennst mich.
Ich greife oft nach der falschen Hand.
Gib mir einen Wink!
So wie damals!
Du würdest mir wirklich helfen…
Lieber Gott, hörst du mich?
Vivienne/Gedankensplitter