Der Flieder blüht und duftet sehr,
ich lieb die Rispen, doch noch mehr,
wenn zart das Apfelbäumchen blüht,
in weiß und rosa, wie man sieht…
Ich lieb die Amsel, wie sie singt,
und mag, wie’s in mir weiter klingt.
Ich spür den Regen, warm und sacht,
im Mai mir keinen Kummer macht.
Ich seh’ das Grün der Bäume und am Feld,
fast, als wär’ es für mich schon bestellt.
Freu mich schon auf den roten Mohn,
und auch Kornblumen ahn’ ich schon.
Maiglöckchen sprießen dann noch hoch,
mit zartem Duft, den schätz ich noch
mehr als den Flieder hier beim Haus.
Ich seh’ schon, hier lockt’s mich hinaus.
Gänseblümchen hier, und Primeln dort.
Die letzten Tulpen, und da vorn
sprießt wirklich eine Akelei!
In Dunkelblau steht sie ganz frei.
Eine Staude wächst sie, ganz in grün!
Wirklich prachtvoll anzuseh’n!
Ein dunkler Käfer klettert hier,
ich schau’ ihm zu, ob nichts passiert.
Doch er ist schnell und läuft geschwind
bis ich ihn dann nicht mehr find’,
unter ein Blatt – und weg war er!
Ich seh’ den Kleinen gar nicht mehr.
So geh ich weiter, sanfter Regen
setzt wieder ein, doch der bringt Segen,
wenn er im Mai vom Himmel fällt…
Die Katze sich zu mir gesellt,
schmiegt sich an mich und meine Beine
und lässt schon wieder mich alleine…
Rosen und Dornen, ranken sich,
die blühen auch bald – sicherlich!
Der Himmel färbt sich wieder blau,
ich zähl die Wolken, grau in grau,
die schon nach vorne weiter zieh’n –
ohne Regen gäb’s kein Blüh’n…
Vivienne/Gedankensplitter